Posts Tagged ‘Bundeswehr’

Opfer der Bundeswehr in Afghanistan

Friday, April 16th, 2010

Der amtierende Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hat dazu aufgerufen, nicht vorschnell die mangelnde Ausrüstung der Bundeswehr für den Tod der heute in Afghanistan gefallenen Soldaten verantwortlich zu machen.

In der PHOENIX RUNDE sagte Robbe: “Wenn wir tatsächlich über ausreichende Fahrzeuge verfügten, heißt das nicht automatisch, dass die heutigen Opfer zu vermeiden gewesen wären.” Die Taliban lernten taktisch sehr schnell dazu, verfügten über modernste “perfide Mordinstrumente” und würden von Söldnern aus anderen Ländern unterstützt.

In Bezug auf die Forderung von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Afghanistan-Einsatz müsse durch ein neues Bundestagsmandat legitimiert werden, mahnte Robbe zur Zurückhaltung. Man solle “sehr gut überlegen, welche Beiträge man jetzt in diese aktuelle Debatte bringt. Erst recht vor dem Hintergrund, dass wir es wieder mit etlichen Opfern zu tun haben”, so der Wehrbeauftragte. “Durch die Äußerungen der Bundeskanzlerin und des Bundesverteidigungsministers und die Tatsache, dass diese jetzt von ‚Krieg’ sprechen, ändert sich erst einmal überhaupt nichts am Mandat. Das darf nicht unter völkerrechtlichen Gesichtspunkten gesehen werden.” Von der Bevölkerung wünscht sich Robbe zudem mehr Unterstützung für die Soldaten der Bundeswehr. “Was für mich ganz wichtig ist, das ist die Notwendigkeit, dass wir unseren Soldatinnen und Soldaten – völlig unabhängig von der politischen Bewertung des Mandates – mehr menschliche Zuwendung geben müssen, mehr Empathie.” Ohne diese Zuwendung könnten die Soldaten ihre Aufgabe überhaupt nicht erfüllen, so Robbe in der PHOENIX RUNDE.

Neue Afghanistan-Strategie

Friday, January 22nd, 2010

Neue Afghanistan-Strategie macht Bundeswehr-Einsatz risikoreicher

Dass Verteidigungsminister zu Guttenberg die neuen Strategievorschläge des US-amerikanischen ISAF-Generals McChrystal für Afghanistan begrüßt hat, verwundert die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff. Sie hätte sich gewünscht , dass Guttenberg “zunächt einmal den Entscheider, also das Parlament, über die neue Strategie informiert hätte”, sagte die FDP-Politikerin der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagsausgabe). Vorfestlegungen des Ministers würden nicht weiterhelfen. Dass die USA die Bundeswehr zu direkteren Kontakten mit der afghanischen Bevölkerung auffordere, sei durchaus im Interesse der Soldaten, so Hoff weiter. Doch mache dieses “Partnering” den Einsatz in Afghanistan risikoreicher. Deshalb brauche die Bundeswehr auf jeden Fall genügend “Aufklärungsmittel und Dolmetscher”. “Wir dürfen unsere Soldaten in keinen Einsatz schicken, den sie nicht optimal ausgestattet druchführen können.”, sagte die FDP-Politikerin. Hoff will sich anders als die SPD nicht auf einen konkreten Abzugstermin festlegen. Zunächst einmal müsse abgewartet werden, ob die neue NATO-Strategie funktioniere. Erst dann könne über eine konkrete Abzugsperspektive geredet werden. (Neue Westfälische)

Piraten vor Somalia – deutsche Hilflosigkeit

Wednesday, August 5th, 2009

Rheinische Post: Hilflose Piratenjäger – Kommentar von Helmut Michelis

Der freigelassene Frachter “Hansa Stavanger” ist – jetzt endlich bestens bewacht durch die Deutsche Marine – auf dem Weg nach Kenia; die 24-köpfige Besatzung soll trotz viermonatiger Geiselhaft wohlauf sein. Also Ende gut, alles gut? Im Gegenteil. Die “Hansa Stavanger” ist zu einem erschreckenden Symbol der deutschen Hilflosigkeit gegenüber den Piratenüberfällen auf Handelsschiffe geworden. So kam Anfang April eine geplante Befreiung durch die Bundespolizei quasi in letzter Minute nicht zustande, weil es offenbar einen peinlichen Zuständigkeitsstreit zwischen dem Innen- und dem Verteidigungsministerium gab und dann die Amerikaner ihre Unterstützung verweigerten. Auch eine deutsche Fregatte musste – den Frachter schon in Sichtweite – abdrehen, nachdem die Piraten mit der Ermordung der Seeleute gedroht hatten. So endete diese Entführung wie alle anderen: Nach zähen Verhandlungen zahlte die Reederei die geforderten Lösegeld-Millionen. Wie zahnlose Tiger wirken die nach Afrika entsandten internationalen Kriegsschiff-Flotten – die Zahl der Überfälle verdoppelte sich gegenüber 2008 sogar. Die Politik muss sich einer sehr unangenehmen Herausforderung stellen: Auf See scheinen die somalischen Seeräuberbanden nicht zu besiegen. (Rheinische Post)

Deutsche Soldaten in Afghanistan

Friday, July 31st, 2009

stern: Ausgezeichnete Soldaten beklagen mangelnde Unterstützung der Deutschen für Afghanistan-Einsatz

Die Lage für die deutschen Soldaten in Afghanistan hat sich enorm verschärft. Das berichten drei der vier Fallschirmjäger, die Anfang Juli von der Bundeskanzlerin mit dem neuen Ehrenkreuz für Tapferkeit” ausgezeichnet worden sind, in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. Die deutsche Schutztruppe sei “ständig in Gefahr”, sagt Feldwebel Henry Lukács, 28, in dem Gespräch. Jeden Tag gebe es neue Warnungen. “Wir versuchen darum, bevor jemand auf uns oder unser Lager schießt, dies zu verhindern. Deswegen sind wir dort.”

Kritik üben die Soldaten an der mangelnden Unterstützung der Deutschen für den Auslandseinsatz der Bundeswehr. Jeder, der rufe “Raus aus Afghanistan”, biete “nur Futter für die Jungs, die uns dort angreifen”. Während die US-Amerikaner zu ihren Truppen stünden, klagt Lukács im stern, seien die eigenen Landsleute nur dann patriotisch, “wenn Deutschland Fußball spielt”. Insofern sei ein “militärischer Orden für einen militärischen Einsatz” richtig und die Verleihung durch die Kanzlerin eine “gutes Zeichen” gewesen.

Lukács und seine Kameraden Alexander Dietzen, 33, Markus Geist, 28, und Jan Berges, 29, hatten am 20. Oktober 2008 versucht, unter Einsatz ihres Lebens afghanische Kinder und Bundeswehrkameraden nach einem Selbstmordattentat nahe Kundus zu retten. Zwei deutsche Soldaten im Alter von 22 und 25 Jahren sowie fünf Kinder waren bei dem Anschlag getötet worden.

Auf die Frage, ob sie es richtig fänden, dass der Bundesverteidigungsminister seit jenem Anschlag von getöteten Soldaten als “Gefallenen” spreche, sagen Dietzen, Berges und Lukács in dem stern-Gespräch: “Ja, auf jeden Fall.” In die Debatte darum, ob sich Deutschland in Afghanistan in einem Krieg befindet, wollen sich die drei Feldwebel eines Fallschirmbataillons aus Zweibrücken nicht einmischen. Aber: “In einem Krieg sind die Kombattanten klar zu erkennen, an der Uniform”, sagt Lukács. “Die Taliban aber kommen daher wie normale Bauern, lachen dich an und schießen dir dann von hinten in den Rücken.” (Stern)



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