CDU startet Serie von Wahlspots auf Youtube

Vor Beginn der Ausstrahlung der Wahlspots im Fernsehen hat die CDU Deutschlands im Internet eine Serie von Wahlspots gestartet.

In drei Kurzfilmen machen Bürgerinnen und Bürger unterschiedlicher Generationen und Bevölkerungsschichten deutlich, warum die Union die richtigen politischen Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit hat. Den Auftakt bildet der Spot “Erfahrung”.

“Die Union setzt auf Optimismus und Zusammenhalt, gemeinsam wollen wir gestärkt aus der Krise hervorgehen. Diesen Leitgedanken unserer Wahlkampagne verkörpern auch unsere Spots und ihre Protagonisten”, erklärte der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Ronald Pofalla. Mehr unter cdu.tv

Politiker in der Moralfalle

Dienstwagen-Affäre Ulla Schmidt und Ackermann im Kanzleramt – Kommentar der Berliner Morgenpost: “Politiker in der Moralfalle”

Stellen wir uns vor, ein junger Mensch hat einen seltsamen Berufswunsch und will Politiker werden. Dieser junge Mensch hat studiert, eine Weile im Ausland verbracht, ist vertraut mit moderner Technik und hat in einem Unternehmen gar ein wenig leiten geübt. Er oder sie könnte überall gut verdienen, möchte aber dennoch Volksvertreter werden; erst Abgeordneter, später vielleicht Minister – so wie zu Guttenberg. Die vergangenen Wochen werden jede politische Nachwuchskraft, die halbwegs bei Sinnen ist, bekehrt haben: Politiker, das sind doch die, die selbst dann geschlachtet oder verächtlich gemacht werden, wenn sie sich an die Vorschriften halten. Wehe, man lässt sich von der Kanzlerin zum Essen einladen. Wehe, man hält sich an die Regeln beim Dienstwagengebrauch. Empörungswellen brausen auf, vom medialen Sog aufgebauscht, an deren Ende wie Strandgut immer eine Botschaft liegen bleibt: alles Verbrecher, keine Moral, parteiübergreifend. Damit der öffentliche Hass nicht so allein ist, fügt ein Scherzkeks noch reichlich Hohn dazu. Welcher Qualifizierte will sich diese Folter antun? Der Politiker steckt in der Moralfalle: Denn er macht immer alles falsch. Eine Ministerin, die mit dem Dienstwagen im Urlaub weilt? Unmoralisch wegen Verschwendung. Eine Ministerin, die im Ernstfall nicht schnell genug in Berlin ist? Erst recht unmoralisch, weil sie sich nicht kümmert. Eine Kanzlerin, die Unternehmenslenker zum Essen bittet? Verschwenderin. Eine Kanzlerin, die ihre Kontakte in die Wirtschaft nicht pflegt? Verantwortungslos. Das Schöne an der Moral ist: Mit ihr im Bunde lässt sich immer alles verurteilen. Die empört vorgetragenen Moralrituale schrauben öffentliche Debatten allerdings in ein schwarzes Loch. Denn ängstliche Politiker fühlen sich gezwungen, Tatsachen zu verschleiern. Ulla Schmidt wagte nicht zu sagen, dass es bequemer ist, wenn die feine Karre auch in den Ferien vor der Tür steht. Wo ist das Problem, sofern die private Nutzung nach den geltenden Regeln bezahlt wird? Auch die Kanzlerin verweigert die Auskunft. Mag eine Regierungschefin das Recht und eine Bewirtungskasse haben, um vom Bank-Chef bis zum Streetworker einzuladen, wen sie will – gegen die Moral hat sie keine Chance. Angela Merkel weiß genau, was geschieht, wenn Dinner-Details an die Öffentlichkeit geraten. Ein absehbarer Fall von Suppen-Hysterie. Statt Dienstwagen-Kleinkram und Abendbrot-Krümel wäre es allemal angemessener, die Vorgänge bei Opel in den Blick zu nehmen oder das Drama bei der HRE. Dort werden Milliarden abgeworfen, die künftig bei der Bildung fehlen. Wer diese Baustellen haushaltsschonend bewältigt, darf Dienstwagen fahren und Kanzler-Wein trinken, so viel er will. Für derart komplexe Probleme allerdings braucht man Fachleute. Die aber werden sich nicht in der Politik filetieren lassen. (Berliner Morgenpost)

Hart aber fair mit Frank Plasberg – soziale Versprechen

TV Tipp: Am 26 August von 21:45 bis 23:00 Uhr “Hart aber fair mit Frank Plasberg” auf ARD: “Alle reich und alle gleich – wie sozial kann Deutschland wirklich sein?”

Vor der Wahl geben sich alle Parteien möglichst sozial: Sie versprechen Wohltaten, Vollbeschäftigung oder stellen wie die Linkspartei Reichtum für alle in Aussicht. Welches Bild vom Bürger haben solche Wahlkämpfer eigentlich? Und was kommt nach der Wahl, wenn die Staatskasse leer ist und aus Kurzarbeitern Arbeitslose werden?

Gäste bei Frank Plasberg sind in der Diskussionsrunde:
- Gregor Gysi, die Linke
- Klaus Wowereit, SPD
- Fritz Kuhn, Grüne
- Volker Kauder, CDU
- Rainer Brüderle, FDP

Wer die Sendung nicht sehen konnte, kann dies unter webTV – HART aber Fair nachholen. In der Regel werden die Sendungen hier später im Internet online gezeigt.

Respektloser Wahlkampf bei der Bundestagswahl?

Für ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zeichnet sich dieser Wahlkampf durch große Respektlosigkeit gegenüber dem Wähler aus. Er bekomme von den Politikern keine Antworten auf zentrale Fragen.

Ackermanns Geburtstagsfeier im Kanzleramt

Kommentar der Neuen Osnabrücker Zeitung zur Geburtstagsfeier von Josef Ackermann im Kanzleramt: “Begrenzt skandalös”

Nach Ulla Schmidts Dienstwagenurlaub nun also Angela Merkel, die einen Top-Banker samt Gefolge auf Kosten des Steuerzahlers einen Festschmaus ausrichten lässt: Das riecht nach einem Skandal mit symbolgeladenen Zutaten. Kein Wunder, dass SPD und Opposition zur Revanche blasen. Doch dafür taugt der Fall nur bedingt. Erstens: Josef Ackermann hat privat vermutlich doch anderes zu tun, als sich mit Verbandsvertretern im Kanzleramt zu treffen. Auch ein nobles Essen kann dienstliche Pflicht sein. Ob er sich Merkel deshalb verpflichtet fühlt, sei also dahingestellt.

Zweitens: Dort finden laufend festliche Treffen statt. Werden die Teilnehmer samt und sonders korrumpiert? Eher nicht. Es geht darum, auf neutralem Terrain Kontakte zu knüpfen, neudeutsch: ums Networking. Solche Veranstaltungen gehören zum öffentlichen Leben dazu und sind sinnvoll.

Gleichwohl ist es richtig, nicht alles klaglos hinzunehmen. Denn Fragen stellen sich durchaus. Merkel sollte sie beantworten. Etwa, ob eine Nummer kleiner nicht auch gereicht hätte. Und, wichtiger noch: Ob sie ähnliche Gelegenheiten auch Menschen einräumt, die der CDU ferner sind als die Hochfinanz. Für Ackermann wiederum wäre es geschickter gewesen, die Kosten zumindest teilweise die Deutsche Bank tragen zu lassen und vor allem: Später nicht noch im Fernsehen mit dem Abend zu prahlen. (Neue Osnabrücker Zeitung)



Homepage Counter kostenlos