Oskar Lafontaine verlässt die bundespolitische Bühne – Zurück bleibt eine zerstrittene Linkspartei. Kommentar von Wolfgang Radau, Westdeutsche Zeitung
Oskar Lafontaine wäre nicht Oskar Lafontaine, wenn er der Linken gegen Ende seiner Dienstzeit in der Bundespolitik geordnete Verhältnisse hinterlassen hätte. Schon 1999, als er der SPD Knall auf Fall das Finanzministerium und den Parteivorsitz hinwarf, ließ er Ratlosigkeit zurück. Nun, wo der Rückzug aus Berlin mit Ansage und einsichtiger Begründung erfolgt, bleibt eine zerstrittene Linkspartei zurück, die im Streit um Lafontaine noch schnell ihren Geschäftsführer geopfert hat. Dietmar Bartsch im Bundestag in der zweiten Reihe, Lothar Bisky weitab im Europaparlament, Oskar Lafontaine im Landtag von Saarbrücken – der Linkspartei bleibt nur noch Gregor Gysi und die politische Heimat im Osten. Die linke Partei, das beschreibt Gysi sehr richtig, hätte es ohne Lafontaine so nicht gegeben.
Wird die Linkspartei nun wieder zerfallen – nämlich in ihre drei Wurzeln der SED-Nachfolger, der SPD-Unzufriedenen und der DKP-Wirrköpfe? Oder bietet der Rückzug Lafontaines, der seine ehemalige sozialdemokratische Heimat zuletzt als Feindesland betrachtet hatte, eine Chance für ein künftig unverkrampfteres Miteinander von SPD, Linken und Grünen? Vielleicht schon im NRW-Wahlkampf, dessen heiße Phase unmittelbar bevorsteht?
Zunächst einmal muss sich die Linkspartei neu sortieren, bevor sie auf Partnersuche geht. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel spricht ihr – vor allem mit Blick auf die Wahlen an Rhein und Ruhr – zu Recht jegliche Regierungstauglichkeit ab. Aber Berlin ist weit, und Hannelore Kraft, die SPD-Vorsitzende in Düsseldorf, mag sich weiterhin und vielleicht gerade jetzt nicht festlegen. Sie bietet unzufriedenen Mitgliedern der Linkspartei den Wechsel zur SPD an. Was dann in NRW übrig bleibt, kann man sich unschwer ausmalen: Linke Radikale, die unsere Gesellschaft von Grund auf verändern, vereinheitlichen, sozialisieren wollen. Ein Experiment, das nach bitteren vier Jahrzehnten in Ostdeutschland im Abfalleimer der Geschichte landete. Und das mit sozialdemokratischer und grüner Politik absolut nicht kompatibel ist.
Dem Menschen Oskar Lafontaine gilt Bedauern für seine schwere Krankheit und Respekt für seinen Rückzug. Der Politiker Lafontaine hinterlässt Deutschland nichts, was Wert hat. (Westdeutsche Zeitung)
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January 24th, 2010 in Die Linke
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Kommentar zur Sicherheit am Flughafen – Von Christian Altmeier, Rhein-Neckar-Zeitung
Die peinliche Panne am Münchner Flughafen sollte nicht nur den dortigen Sicherheitskräften zu denken geben. Auch die EU-Innenminister, die derzeit in Toledo über den Einsatz von Körperscannern diskutieren, können eine Lehre daraus ziehen. Denn es war nicht fehlende Technik, die zu der Panne führte – sondern schlicht menschliches Versagen. Selbst teure Spezialgeräte, die auf den möglichen Sprengstoff angeschlagen haben, helfen eben nur, wenn das Personal entsprechend darauf reagiert. Auch bei einem Körperscanner wäre dies nicht anders. Zwar passieren überall, wo Menschen arbeiten, einmal Fehler. Und absolute Sicherheit wird es auch im Flugverkehr niemals geben. Doch sollte gerade hier alles getan werden, was möglich ist, um derartige Pannen zu vermeiden. Dazu gehört, dass die Sicherheitskräfte entsprechend ausgebildet sind und genügend Personal für die Kontrollen zur Verfügung steht. Denn überlange Arbeitszeiten oder Kontrollen unter Zeitdruck erhöhen das Risiko für Fehler erheblich. Auch eine der Verantwortung angemessene Bezahlung dürfte die Motivation der Sicheheitskräfte erhöhen. Hier gilt es für die Innenminister anzusetzen – bevor Millionen in eine neue Technik investiert werden, deren Nutzen bislang nicht erwiesen ist. (Rhein-Neckar-Zeitung)
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January 22nd, 2010 in News
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Neue Afghanistan-Strategie macht Bundeswehr-Einsatz risikoreicher
Dass Verteidigungsminister zu Guttenberg die neuen Strategievorschläge des US-amerikanischen ISAF-Generals McChrystal für Afghanistan begrüßt hat, verwundert die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff. Sie hätte sich gewünscht , dass Guttenberg “zunächt einmal den Entscheider, also das Parlament, über die neue Strategie informiert hätte”, sagte die FDP-Politikerin der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagsausgabe). Vorfestlegungen des Ministers würden nicht weiterhelfen. Dass die USA die Bundeswehr zu direkteren Kontakten mit der afghanischen Bevölkerung auffordere, sei durchaus im Interesse der Soldaten, so Hoff weiter. Doch mache dieses “Partnering” den Einsatz in Afghanistan risikoreicher. Deshalb brauche die Bundeswehr auf jeden Fall genügend “Aufklärungsmittel und Dolmetscher”. “Wir dürfen unsere Soldaten in keinen Einsatz schicken, den sie nicht optimal ausgestattet druchführen können.”, sagte die FDP-Politikerin. Hoff will sich anders als die SPD nicht auf einen konkreten Abzugstermin festlegen. Zunächst einmal müsse abgewartet werden, ob die neue NATO-Strategie funktioniere. Erst dann könne über eine konkrete Abzugsperspektive geredet werden. (Neue Westfälische)
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January 22nd, 2010 in News
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Schlechte Nachrichten für Millionen Rentner in Deutschland: Die Koalition will die Renten langsamer steigen lassen als die Nettolohnentwicklung vorgibt.
“Auf absehbare Zeit wird es nicht zu nennenswerten Rentenerhöhungen kommen”, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder der Rheinischen Post (Freitag-Ausgabe). Es sei zwar festgelegt, dass sich die Renten nach den Nettolöhnen entwickeln. Aber der Gesetzgeber habe zuletzt ausgeschlossen, dass die Renten gekürzt werden. “Zum Ausgleich für diese Stabilitäts-Garantie werden die Renten dann nur langsamer steigen können, wenn die Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer nach oben gehen”, bekräftigte Kauder. (Rheinische Post)
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January 22nd, 2010 in News
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Kommentar der Neuen Osnabrücker Zeitung zur Einmischung der Politik in die Personalpolitik eines öffentlich-rechtlichen Senders
Der Vorgang ist einmalig: Lange nicht mehr haben sich Parteienvertreter derartig dreist in die Personalpolitik an der Spitze eines öffentlich-rechtlichen Senders eingemischt. Und noch nie haben sich Juristen außerhalb von Gerichtssälen so klar auf die Seite von Journalisten geschlagen.
Fest steht: ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender muss nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch weg. Wahrscheinlich ist: Alle Appelle, auch der Brandbrief von 35 Staatsrechtlern, werden vermutlich nichts fruchten. Und das, obwohl eins offensichtlich ist: Das Argument, Brender sei verantwortlich für schwache Quoten der Informationssendungen im ZDF, ist vorgeschoben. Oder halten Koch und Kollegen tatsächlich mehr von einer boulevardesk boomenden Sendung wie “RTL aktuell” als von “heute” und “heute-journal”?
Unverhohlen brüskieren die Unionsleute im ZDF-Verwaltungsrat auch den Intendanten Markus Schächter, der sich längst hinter seinen Chefredakteur gestellt hat. Und sie tun es offenbar mit Zustimmung der Kanzlerin, denn deren Schweigen ist vielsagend. Und gibt dem Skandal eine zusätzliche, äußerst unangenehme Dimension. (Neue Osnabrücker Zeitung)
Tags: Fernsehen, TV, ZDF
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November 24th, 2009 in News
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