SPD Kompetenzteam

Kölnische Rundschau: Kommentar zum “SPD Kompetenzteam”

Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die SPD ein 19 Köpfe starkes Regierungsteam vorstellen muss, um Kompetenz aufzuzeigen. Ihr bleiben noch 59 Tage bis zur Bundestagswahl, und trotz aller gebotenen Vorbehalte gegenüber Meinungsumfragen sieht es nicht so aus, als brauche sie im Herbst 19 ministrable Männer und Frauen, mit denen sie glatt eine Alleinregierung nach absoluter Mehrheit bestreiten könnte. 19 Köpfe für den Weckruf im Bundestagswahlkampf? Frank-Walter Steinmeier, so lästern seine politischen Gegner, muss sich dann zumindest nicht vorwerfen lassen, alleine gescheitert zu sein. Doch dem Mann bleibt gar nichts anderes übrig, als die Umfragewerte zu ignorieren und gegen sie anzukämpfen. Die SPD ist die Partei, die angreifen muss. Sie ist die Herausforderin der Union, die mit ihrer Kanzlerin und Vorsitzenden Angela Merkel gut dasteht. Insofern war Steinmeier gut beraten, in seinem Team tatsächlich Kompetenz zu versammeln. So mutig es ist, mit Ulrike Merten eine Frau für das Amt des Verteidigungsministers zu nominieren, so renommiert ist die frühere Finanz-Staatssekretärin Barbara Hendricks in Sachen Verbraucherschutz für Finanzmarktprodukte. Eine junge ostdeutsche Finanz- und Sozialexpertin als Gegenentwurf zu Familienministerin von der Leyen kann bestenfalls darüber hinweg helfen, dass Routiniers wie Peer Steinbrück oder Olaf Scholz in Sachen Generationengerechtigkeit längst nicht an einem Strang ziehen. Und mit dem Wirtschaftsmann Harald Christ hat Steinmeier einen Joker gezogen, der exakt weiß, wie die aktuelle ökonomische und Finanzmarktkrise auf kleine und mittelständische Unternehmen wirken. Die SPD will Schwarz-Gelb verhindern. Darauf setzt der Vizekanzler mit seinem Team. Dabei wäre der Verbleib in der großen Koalition schon ein Riesenerfolg – und vermutlich allemal vielversprechender, als mit FDP und Grünen ein Bündnis zu schmieden, in dem die beiden Partner zusammen genauso stark sind wie die SPD. (Kölnische Rundschau)

Umfrage zur Dienstwagenaffaere Ulla Schmidt

N24-EMNID-UMFRAGE: Bürger sehen in Dienstwagenaffäre keinen Grund für Rücktritt – SPD kann sich trotz Querelen um 1 Prozent verbessern

Ein Großteil der Bundesbürger, nämlich 59 Prozent, sehen in der Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt keinen Grund für die Bundesgesundheitsministerin zurückzutreten. Allerdings hat die Ministerin perspektivisch Vertrauen verspielt: nur noch 34 Prozent finden, sie sollte einem nächsten Kabinett noch angehören, 56 Prozent sind der Meinung, sie solle dieses Amt nicht wieder bekleiden. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für den Nachrichtensender N24. Die Diskussion um den Gebrauch ihres Dienstwagens für berufliche Termine während des Urlaubs der SPD-Ministerin, scheint ihrer Partei allerdings nicht direkt zu schaden: Bei der Sonntagsfrage können sich die Sozialdemokraten in der letzten Woche um ein Prozent verbessern und kommen auf 24 Prozent Zustimmung. Die Union verliert ein Prozent und kommt auf 35 Prozent, die FDP verbessert sich auf 15 Prozent (+1 Prozent). Die Linke erreicht 11 Prozent (-1 Prozent) und die Grünen weiterhin unverändert 11 Prozent. Allerdings sind die meisten Bundesbürger noch überzeugt davon, dass Kanzlerkandidat Steinmeier den großen Vorsprung der Union nicht wird aufholen können: 84 Prozent halten die Chancen der SPD für gering, dass eine Aufholjagd wie 2005 gelingen könnte. Nur 13 Prozent sehen eine realistische Möglichkeit, dass sich das Blatt für die Sozialdemokraten in den nächsten Wochen noch grundlegend ändern könnte.

Umfragezeitraum: 29.07.09
Feldzeit/Sonntagsfrage: 21.07.-27.07.09
Befragte: n = ca. 1.000
Befragte: n= 2.798
Fehlertoleranz: +/- 2,5

Nielsen Online-Wahltrend 2009

Im Superwahljahr 2009 sind einige Wahlentscheidungen bereits gefallen – andere sehr wichtige Entscheidungen wie Landtagswahlen und die Wahl des Bundestages stehen noch an. Da die Wählerinnen und Wähler sich zunehmend im Internet informieren und politische Standpunkte mit anderen Onlinenutzern austauschen, hat Nielsen in einer aktuellen Analyse das Diskussionsaufkommen von April bis Juni 2009 in relevanten deutschen Blogs und Foren untersucht.

Online-Wahltrend

Die Erhebung zeigt, dass die SPD von den betrachteten Parteien am häufigsten von Onlinenutzern in politischen Diskussionen erwähnt wird. Allerdings reden die User häufiger von Angela Merkel als über Frank-Walter Steinmeier. Ein zentrales Thema, das die Internetnutzer im Untersuchungszeitraum beschäftigte, ist die Steuerpolitik, so die aktuelle Studie des Markt- und Medienforschungsunternehmens Nielsen.

Mit Hilfe von BuzzMetrics, dem Analyseprogramm für CGM (Consumer Generated Media) von Nielsen, konnten im zweiten Quartal ca. 76.000 Beiträge zu den einzelnen Parteien CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE und NPD identifiziert werden. Die SPD konnte mit 47 Prozent an verfassten Nachrichten im zweiten Quartal die meisten User-Beiträge von allen untersuchten Parteien sowie im Vergleich zum ersten Quartal den höchsten Zuwachs verzeichnen. Über die CDU schrieben die Internetbesucher in 37 Prozent der Beiträge am zweithäufigsten, gefolgt von der FDP mit 22 Prozent der Posts. Über Bündnis 90/Die Grünen wurde in 14 Prozent der Beiträgen geschrieben. DIE LINKE und die NPD liegen mit je 12 Prozent an Beitragsnennungen gleichauf.

Allein in den ca. 40 untersuchten deutschen Foren unterhielten sich knapp 6.700 Forenteilnehmer über die aufgeführten Parteien. Die meisten Autoren diskutierten hierbei auf forum.spiegel.de (ca. 16.000 Nachrichten von rund 2.700 Autoren) gefolgt von forum.politik.de (ca. 8.000 Nachrichten von 1.000 Autoren) und board.gulli.com (2.000 Beiträge von 500 Autoren).

Neben den Parteien wurde auch untersucht, über welche Spitzenkandidaten online diskutiert wurde. Am häufigsten fand Angela Merkel Erwähnung. Über sie wurde in knapp 14.000 Beiträgen geschrieben, so das Ergebnis. Im Vergleich hierzu wurde Frank-Walter Steinmeier mit 5.800 Nennungen in nicht einmal halb so vielen Beiträgen thematisiert. Über Guido Westerwelle diskutierten die User in ca. 2.200 Posts.

Eine qualitative Analyse der Daten von Nielsen BuzzMetrics ergab, dass besonders die Steuerpolitik und internetrelevante Themen wie die Sperrung kinderpornografischer Seiten intensiv von den Onlinenutzern besprochen wurden. Auch politische Themen auf kommunaler Ebene sowie die Wirtschaftkrise sorgten für regen Meinungsaustausch. Betrachtet man das Gesprächsaufkommen im zeitlichen Verlauf, so wird deutlich, dass besonders politische Ereignisse wie die Europawahl das Diskussionsvolumen ansteigen lassen (siehe Grafik).

Nielsen prognostiziert für die anstehende Bundestagswahl eine ebenfalls stark zunehmende Beteiligung der deutschen Internetnutzer an der politischen Onlinediskussion. Unter www.presseportal.de/wahlen2009, dem Online-Wahlchannel der dpa-Tocher “news aktuell”, werden kontinuierlich Auswertungen zu politischen Diskussionen im Netz veröffentlicht. Diese werden noch bis zur Bundestagswahl von Nielsen fortgeführt und regelmäßig aktualisiert.

Die für die Analyse der politischen Onlinediskussion verwendeten Daten wurden mit Hilfe von Nielsen BuzzMetrics erhoben. BuzzMetrics ermöglicht es, den unübersichtlichen Online-Content in CGM zu durchsuchen, zu strukturieren und zu analysieren, um kundenindividuelle Auswertungen zur Verfügung zu stellen. Zur Erfassung der diskutierten Themen wurde eine zufällige Stichprobe unter allen Beiträgen mit inhaltlichem Bezug zu den Parteien gezogen und manuell ausgewertet.



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