Archive for the ‘News’ Category

Deutsche Soldaten in Afghanistan

Friday, July 31st, 2009

stern: Ausgezeichnete Soldaten beklagen mangelnde Unterstützung der Deutschen für Afghanistan-Einsatz

Die Lage für die deutschen Soldaten in Afghanistan hat sich enorm verschärft. Das berichten drei der vier Fallschirmjäger, die Anfang Juli von der Bundeskanzlerin mit dem neuen Ehrenkreuz für Tapferkeit” ausgezeichnet worden sind, in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. Die deutsche Schutztruppe sei “ständig in Gefahr”, sagt Feldwebel Henry Lukács, 28, in dem Gespräch. Jeden Tag gebe es neue Warnungen. “Wir versuchen darum, bevor jemand auf uns oder unser Lager schießt, dies zu verhindern. Deswegen sind wir dort.”

Kritik üben die Soldaten an der mangelnden Unterstützung der Deutschen für den Auslandseinsatz der Bundeswehr. Jeder, der rufe “Raus aus Afghanistan”, biete “nur Futter für die Jungs, die uns dort angreifen”. Während die US-Amerikaner zu ihren Truppen stünden, klagt Lukács im stern, seien die eigenen Landsleute nur dann patriotisch, “wenn Deutschland Fußball spielt”. Insofern sei ein “militärischer Orden für einen militärischen Einsatz” richtig und die Verleihung durch die Kanzlerin eine “gutes Zeichen” gewesen.

Lukács und seine Kameraden Alexander Dietzen, 33, Markus Geist, 28, und Jan Berges, 29, hatten am 20. Oktober 2008 versucht, unter Einsatz ihres Lebens afghanische Kinder und Bundeswehrkameraden nach einem Selbstmordattentat nahe Kundus zu retten. Zwei deutsche Soldaten im Alter von 22 und 25 Jahren sowie fünf Kinder waren bei dem Anschlag getötet worden.

Auf die Frage, ob sie es richtig fänden, dass der Bundesverteidigungsminister seit jenem Anschlag von getöteten Soldaten als “Gefallenen” spreche, sagen Dietzen, Berges und Lukács in dem stern-Gespräch: “Ja, auf jeden Fall.” In die Debatte darum, ob sich Deutschland in Afghanistan in einem Krieg befindet, wollen sich die drei Feldwebel eines Fallschirmbataillons aus Zweibrücken nicht einmischen. Aber: “In einem Krieg sind die Kombattanten klar zu erkennen, an der Uniform”, sagt Lukács. “Die Taliban aber kommen daher wie normale Bauern, lachen dich an und schießen dir dann von hinten in den Rücken.” (Stern)

Greenpeace bietet Hilfe fuer Opel an

Friday, July 31st, 2009

Im Tauziehen um die Rettung von Opel hat Greenpeace der Bundesregierung und dem Autohersteller vorgeworfen, den Kern des Problems – die künftige Modellpalette – völlig zu ignorieren. In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) und die Opel GmbH erklärt sich die Umweltorganisation aber bereit, sich für neue Modelle einzusetzen, wenn zwei wichtige Bedingungen erfüllt sind:

Die Bundesregierung muss Staatshilfen für Opel an anspruchsvolle ökologische Vorgaben knüpfen, nämlich verringertes Gewicht sowie hocheffiziente Motoren mit weniger Verbrauch und reduzierter Leistung für die gesamte Modellpalette. Zudem muss Opel mindestens ein familientaugliches Modell auf den Markt bringen, das weniger als 3 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht.

“Die Bundesregierung verhandelt seit Monaten über die Zukunft eines großen Autoherstellers, lässt aber dabei das Wichtigste, das zukünftige Produkt, völlig außer Acht”, sagt Greenpeace Autoexperte Wolfgang Lohbeck. “Eine Zukunft für Opel kann es nur geben, wenn Autos von Opel am Markt erfolgreich sind. Und dafür müssen sie ökologisch und ökonomisch Spitzenklasse sein.”

Angesichts des Klimawandels, der hohen Ölpreise und der angespannten wirtschaftlichen Situation vieler Verbraucher haben Autos mit zu hohem Spritverbrauch keine Zukunft. Heutige Neuwagen sind in der Regel zu schwer und mit überdimensionierten Motoren ausgestattet, deren volle Leistung im Alltag weder benötigt noch genutzt wird. Der Spritverbrauch heutiger Autos könnte mit vorhandener Technik bereits halbiert werden.

Greenpeace stellte im Jahr 1996 den “SmILE” (Small, Intelligent, Light, Efficient) vor, einen umgebauten Kleinwagen, der ohne Einbußen an Sicherheit, Leistung und Komfort nur noch 3 Liter Benzin und damit halb so viel wie das Originalmodell von Renault verbraucht. Das “Downsizing and Supercharging” genannte technische Konzept des Greenpeace-Autos gilt heute als wegweisend. Es wird bisher aber nur bei übermotorisierten Modellen eingesetzt, um deren Leistung zu steigern, nicht um den Verbrauch zu verringern. Greenpeace hat sein Hilfsangebot für Opel mit einer Einladung an den Bundeswirtschaftsminister zu einer Probefahrt mit dem “SmILE” verbunden.

“Die Zukunft gehört leichten Autos mit bedarfsgerechter Motorleistung, die Spitzentechnik so effizient wie möglich einsetzen”, so Lohbeck. “Hersteller, die das ignorieren, wird der Markt bestrafen. Die Ingenieure und Arbeiter von Opel können diese technische Herausforderung ebenso gut meistern wie andere Autobauer. Der Staat sollte sie dabei tatkräftig unterstützen. Wer Autohersteller wie Opel retten will, muss zukunftsfähige Autos einfordern und finanzieren.”

Greenpeace hatte schon einmal einer Zukunftstechnik zum Durchbruch verholfen: In den neunziger Jahren setzte sich die Umweltorganisation gegen den Widerstand der etablierten Hersteller für die Vermarktung des von ihr entwickelten FCKW- und FKW- freien Kühlschranks “Greenfreeze” ein, dessen Technik heute weltweit Standard ist.

Steinmeier faellt weiter zurück – SPD im Kompetenztief

Friday, July 31st, 2009

Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend ist der Abstand zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier in der sogenannten Direktwahlfrage so groß wie nie zuvor. Könnten die Deutschen ihren Bundeskanzler direkt wählen, entschieden sich aktuell 60% (+3 gegenüber Anfang Juli) für Angela Merkel (CDU).

Für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier entschieden sich nur 25% der Befragten (-2). Das ist der niedrigste bisher gemessene Wert für Steinmeier. Der Abstand beträgt 35 Prozentpunkte. In der Sonntagsfrage gibt es kaum Bewegung. Gegenüber der letzten Erhebung vor zwei Wochen legte allein die SPD um einen Prozent auf aktuell 24% zu. Die Werte aller anderen Parteien blieben unverändert: Union 36%, FDP 14%, Grüne 13%, Linke 10%. Union und FDP hätten damit eine Mandatsmehrheit im Bundestag, die sich durch die Besonderheiten des Wahlrechts noch erhöhen würde. Die SPD erreicht auf den Kompetenzfeldern Soziale Gerechtigkeit und Steuerpolitik neue Tiefstwerte in der aktuellen Legislaturperiode. In der Umweltpolitik liegen die Sozialdemokraten mit nur 8% Kompetenzzuweisung sogar auf einem historischen Tiefstand. Aktuell trauen nur noch 31% der Deutschen der SPD unter allen Parteien am ehesten zu, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen (-11 gegenüber Anfang Juni). 19% schreiben ihr eine gute Steuerpolitik zu (-8). Einen vergleichbar geringen Wert erreichte die SPD zuletzt im Februar 2003 (18%). Auch wenn es um die Bewältigung der Wirtschaftskrise geht, fallen die Sozialdemokraten weiter hinter die Union zurück. 48% (+5) trauen der Union am ehesten zu, die Folgen der Krise zu bewältigen, 13% nennen die SPD (-9). Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Dienstag und Mittwoch dieser Woche 1.000 Wahlberechtigte telefonisch befragt.

Befragungsdaten – Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren – Fallzahl: 1.000 Befragte – Erhebungszeitraum: 28. Juli bis 29. Juli 2009 – Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI) – Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe – Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte * bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50%. Quelle: ARD-Deutschlandtrend

Nielsen Online-Wahltrend 2009

Friday, July 31st, 2009

Im Superwahljahr 2009 sind einige Wahlentscheidungen bereits gefallen – andere sehr wichtige Entscheidungen wie Landtagswahlen und die Wahl des Bundestages stehen noch an. Da die Wählerinnen und Wähler sich zunehmend im Internet informieren und politische Standpunkte mit anderen Onlinenutzern austauschen, hat Nielsen in einer aktuellen Analyse das Diskussionsaufkommen von April bis Juni 2009 in relevanten deutschen Blogs und Foren untersucht.

Online-Wahltrend

Die Erhebung zeigt, dass die SPD von den betrachteten Parteien am häufigsten von Onlinenutzern in politischen Diskussionen erwähnt wird. Allerdings reden die User häufiger von Angela Merkel als über Frank-Walter Steinmeier. Ein zentrales Thema, das die Internetnutzer im Untersuchungszeitraum beschäftigte, ist die Steuerpolitik, so die aktuelle Studie des Markt- und Medienforschungsunternehmens Nielsen.

Mit Hilfe von BuzzMetrics, dem Analyseprogramm für CGM (Consumer Generated Media) von Nielsen, konnten im zweiten Quartal ca. 76.000 Beiträge zu den einzelnen Parteien CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE und NPD identifiziert werden. Die SPD konnte mit 47 Prozent an verfassten Nachrichten im zweiten Quartal die meisten User-Beiträge von allen untersuchten Parteien sowie im Vergleich zum ersten Quartal den höchsten Zuwachs verzeichnen. Über die CDU schrieben die Internetbesucher in 37 Prozent der Beiträge am zweithäufigsten, gefolgt von der FDP mit 22 Prozent der Posts. Über Bündnis 90/Die Grünen wurde in 14 Prozent der Beiträgen geschrieben. DIE LINKE und die NPD liegen mit je 12 Prozent an Beitragsnennungen gleichauf.

Allein in den ca. 40 untersuchten deutschen Foren unterhielten sich knapp 6.700 Forenteilnehmer über die aufgeführten Parteien. Die meisten Autoren diskutierten hierbei auf forum.spiegel.de (ca. 16.000 Nachrichten von rund 2.700 Autoren) gefolgt von forum.politik.de (ca. 8.000 Nachrichten von 1.000 Autoren) und board.gulli.com (2.000 Beiträge von 500 Autoren).

Neben den Parteien wurde auch untersucht, über welche Spitzenkandidaten online diskutiert wurde. Am häufigsten fand Angela Merkel Erwähnung. Über sie wurde in knapp 14.000 Beiträgen geschrieben, so das Ergebnis. Im Vergleich hierzu wurde Frank-Walter Steinmeier mit 5.800 Nennungen in nicht einmal halb so vielen Beiträgen thematisiert. Über Guido Westerwelle diskutierten die User in ca. 2.200 Posts.

Eine qualitative Analyse der Daten von Nielsen BuzzMetrics ergab, dass besonders die Steuerpolitik und internetrelevante Themen wie die Sperrung kinderpornografischer Seiten intensiv von den Onlinenutzern besprochen wurden. Auch politische Themen auf kommunaler Ebene sowie die Wirtschaftkrise sorgten für regen Meinungsaustausch. Betrachtet man das Gesprächsaufkommen im zeitlichen Verlauf, so wird deutlich, dass besonders politische Ereignisse wie die Europawahl das Diskussionsvolumen ansteigen lassen (siehe Grafik).

Nielsen prognostiziert für die anstehende Bundestagswahl eine ebenfalls stark zunehmende Beteiligung der deutschen Internetnutzer an der politischen Onlinediskussion. Unter www.presseportal.de/wahlen2009, dem Online-Wahlchannel der dpa-Tocher “news aktuell”, werden kontinuierlich Auswertungen zu politischen Diskussionen im Netz veröffentlicht. Diese werden noch bis zur Bundestagswahl von Nielsen fortgeführt und regelmäßig aktualisiert.

Die für die Analyse der politischen Onlinediskussion verwendeten Daten wurden mit Hilfe von Nielsen BuzzMetrics erhoben. BuzzMetrics ermöglicht es, den unübersichtlichen Online-Content in CGM zu durchsuchen, zu strukturieren und zu analysieren, um kundenindividuelle Auswertungen zur Verfügung zu stellen. Zur Erfassung der diskutierten Themen wurde eine zufällige Stichprobe unter allen Beiträgen mit inhaltlichem Bezug zu den Parteien gezogen und manuell ausgewertet.



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