Gefangenenfluege des US-Geheimdienstes CIA

12. März 2008 | Von Politics | Kategorie: News


Deutsche Behörden wussten offenbar schon 2001 von CIA-Flügen

Das Kanzleramt und die Spitzen der deutschen Dienste wussten laut einem Bericht des “Stern” schon kurz nach dem 11. September 2001 über die Gefangenenflüge des US-Geheimdienstes CIA Bescheid. Die Deutschen hätten damals Bedenken gegen das Entführungsprogramm geäußert, sagte der frühere CIA-Europachef Taylor Drumheller dem Magazin. “Die Hauptsorge unserer Verbündeten: unilaterale US-Aktionen auf europäischem Boden, Terroristen abfischen, ohne ihre Genehmigung, um die dann in einen Drittstaat zu schicken”, sagte Drumheller. Die CIA habe dann versprochen, “unsere Verbündeten bei Operationen einzubeziehen.”

Laut dem Ex-Geheimdienstler, der nach eigenen Angaben während seiner Amtszeit mit dem damaligen Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier (SPD) persönlich zu tun hatte, bekam die CIA vom Bundeskriminalamt (BKA) im Herbst 2001 entscheidende Informationen über den deutschen Staatsbürger Mohammed Haydar Zammar, der kurz darauf in Marokko verschwand und unter dubiosen Umständen in syrische Haft gelangte. Für “Überstellungen”, wie die CIA-Gefangenenflüge im Jargon des Geheimdienstes genannt wurden, “musst du die Geschichte der Zielperson kennen”, sagte Drumheller. Steinmeier sagt Donnerstag vor dem BND-Untersuchungsausschuss zum Fall Zammar aus. (AFP)

Tags: , ,

Weitere Politik News

Schreibe einen Kommentar