Seeheimer warnen Ypsilanti vor neuer Tolerierung

10. März 2008 | Von Politics | Kategorie: SPD


Der rechte SPD-Flügel hat die hessische Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti vor einem neuen Anlauf zu einer Tolerierung durch die Linkspartei gewarnt.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, forderte im NDR die Abgeordnete Dagmar Metzger auf, ihr Mandat nicht niederzulegen und bei ihrer ablehnenden Haltung zum Kurs Ypsilantis zu bleiben. Indes hegt auch der Ersatzkandidat für Metzger in ihrem Darmstädter Wahlkreis, Aron Krist, “erhebliche Zweifel”, ob eine Tolerierung durch die Linkspartei “sinnvoll” sei.

Kahrs sagte, Metzger sei gewählt worden und halte an ihrem Wahlversprechen fest, nicht mit der Linken zusammenzuarbeiten. Damit rette sie einen Großteil der Glaubwürdigkeit der Bundes-SPD. Er kritisierte den Beschluss der SPD-Bundesspitze, den Ländern bei der Wahl der Koalitionspartner freie Hand zu lassen. Hier habe Parteichef Kurt Beck einen Fehler gemacht.

Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner (SPD) sagte der “Bild am Sonntag” mit Blick auf die Pläne der hessischen SPD: “Ich kann über dieses Fiasko nur noch den Kopf schütteln. Ich rate Frau Ypsilanti, Roland Koch ohne Mehrheit regieren zu lassen und vor sich herzutreiben.”

Krist sagte der “Frankfurter Rundschau”, er habe wegen der Tolerierung durch die Linkspartei wie Metzger erhebliche “Bauchschmerzen”, Ypsilanti zu wählen. Die hessische SPD hatte am Samstag auf einem kleinen Parteitag in Frankfurt am Main ihren Regierungsanspruch bekräftigt und die abtrünnige Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger gedrängt, ihr Mandat niederzulegen. Metzger will sich diesen Schritt in den nächsten Tagen überlegen. Sollte sie ihr Landtagsmandat zurückgeben, würde Ypsilanti ihren ursprünglichen Plan wieder aufgreifen, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. (AFP)

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