Taliban beraten ueber Schicksal suedkoreanischer Geiseln

2. August 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Nach Ablauf eines weiteren Ultimatums haben die radikalislamischen Taliban in Afghanistan nach eigenen Angaben über das weitere Schicksal ihrer 21 südkoreanischen Geiseln beraten.

“Die Geiseln leben noch”, sagte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi der Nachrichtenagentur AFP. Die radikalislamischen Taliban hatten zunächst damit gedroht, unmittelbar nach Ablauf der Frist am Mittwoch weitere Geiseln zu töten. Die örtlichen Behörden sprachen von einem bevorstehenden Militäreinsatz in der Region Ghasni, in der die Südkoreaner verschleppt wurden. Das Verteidigungsministerium verwies dagegen auf Vorbereitungen für einen “Routineeinsatz”.

Der Rat der Taliban-Führer sei dabei, über das Schicksal der 16 Frauen und fünf Männer aus Südkorea zu entscheiden, teilte Ahmadi am Mittwochabend telefonisch mit. Die Taliban hatten der afghanischen Regierung eine Frist bis Mittwochmittag (09.30 Uhr MESZ) gesetzt, um einem Austausch von Geiseln gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen zuzustimmen, was die Regierung aber ablehnte. Die verhandelnden Stammesältesten baten nach Angaben eines Unterhändlers um eine Verlängerung des Ultimatums um zwei Tage.

In den vergangenen Tagen hatten die Taliban zwei männliche Entführte hingerichtet. Am Mittwoch drohten sie damit, weitere ihrer jetzt noch 21 Geiseln “jeden Moment” zu töten. Falls Druck auf sie ausgeübt werde, sei das Leben der Geiseln in Gefahr, sagte Ahmadi.

Die afghanischen Streitkräfte warfen über Teilen von Ghasni Flugblätter ab, in denen ein Militäreinsatz angekündigt werde. Darin forderten sie die Bevölkerung auf, die Region zu verlassen. Es handele sich um einen “Routineeinsatz”, der in den “kommenden Wochen” beginnen solle, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

“Wir haben keine Informationen über einen Militäreinsatz. Vor Beginn eines Einsatzes müssen wir aber informiert werden”, sagte ein Vertreter der südkoreanischen Botschaft der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben des Chefs des Distrikts Karabagh, Chawadscha Siddiki, könnte der Einsatz der Befreiung der Geiseln dienen.

Das im arabischen Nachrichtensender El Dschasira verbreitete Video des entführten Deutschen Rudolf B. ist nach Informationen von “Spiegel Online” mehrere Tage alt. Die Aufnahmen seien per Memory-Stick übermittelt worden und die darauf gespeicherte Datei zuletzt am vergangenen Samstag verändert worden, berichtete “Spiegel Online” unter Berufung auf eine erste Auswertung der Aufzeichnung durch die deutschen Behörden. (AFP)

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