Greenpeace-Fesselballon bei Heiligendamm gestoppt
8. Juni 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsEin Fesselballon der Umweltorganisation Greenpeace ist bei dem Versuch, den G-8-Tagungsort Heiligendamm zu überfliegen, am Morgen von Polizeihubschraubern zur Landung gezwungen worden.
Zwei Umweltschützer in dem Ballon hätten mit einem Transparent auf das “Scheitern” des G-8-Gipfels in puncto Klimaschutz aufmerksam machen wollen, hätten aber “noch außer Sichtweite von Heiligendamm” landen müssen, sagte Greenpeace-Klimaexperte Jörn Feddern.
Bereits nach zehnminütiger Fahrt sei der Fesselballon von zwei Hubschraubern im Rostocker Stadtteil Elmenhorst gestoppt worden, berichtete ein Polizeisprecher. Demnach wurden beide Insassen in Gewahrsam genommen und der Ballon von der Polizei sichergestellt.
Feddern bekräftigte die Kritik der Umweltschutzorganisation am Klima-Kompromiss der G-8. Die Vereinbarungen seien “extrem dünn”, von einem Durchbruch könne keine Rede sein. “Das als Erfolg zu verkaufen, ist schon hart an der Grenze”, sagte Feddern. Die Gipfelteilnehmer hatten trotz anfänglichen Widerstands der USA vereinbart, eine Halbierung der Treibhausgase bis zum Jahr 2050 “ernsthaft in Betracht” zu ziehen.
Unterdessen beendeten die Globalisierungsgegner ihre Blockaden auf mehreren Zufahrtsstraßen zum G-8-Tagungsort Heiligendamm. Die verbliebenen knapp tausend Teilnehmer seien auf dem Weg zur Abschlusskundgebung am Mittag im Rostocker Stadthafen, sagte eine Sprecherin der Block-8-Organisatoren in Rostock. Sie wertete die dreitägigen Aktionen als großen Erfolg. Mehrere tausend Menschen hätten auf diese Weise klargemacht, was sie vom Demonstrationsverbot in der Region um den G-8-Gipfel halten und den Gipfel zumindest auf der Landseite blockiert. (AFP)
Warum wird gerade bei diesem Gipfel so viel vom Durchbruch geredet?
Durchbrüche passieren, wenn da viel Widerstand (z.B. in Form eines Dammes) war, den eine ungestüme Macht zerstört. ein Durchbruch lässt meist Zerstörung und Chaos zurück. Bei einem Durchbruch weiß man nie, wie es weitergeht, meist bietet sich ein völlig neues Bild, dessen Auswirkungen erst spät klar werden.
Eine positive Nachricht aus Heiligendamm wäre, das der Durchbruch verhindert wurde, dass nun “Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen”. Aber das wäre wohl nicht spektakulär genug.