G8-Gipfel - Milliarden-Hilfsprogramm fuer Afrika
8. Juni 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsNach ihrem Klimakompromiss haben die G-8-Staaten sich auch auf ein milliardenschweres Hilfsprogramm für Afrika geeinigt.
60 Milliarden Dollar, umgerechnet 44 Milliarden Euro, sollen über einen Zeitraum von acht Jahren zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose bereit gestellt werden, bestätigte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) im Sender n-tv. 30 Milliarden Dollar übernehmen die USA. Deutschland beteiligt sich nach Angaben der Ministerin mit vier Milliarden Dollar.
Offenbar war auch um diese Einigung hart gerungen worden: Nach Angaben von Hilfsorganisationen sperrten sich Italien und Kanada gegen die zusätzliche finanzielle Verpflichtung. US-Präsident George W. Bush hatte die 30 Milliarden Dollar zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten für die Jahre 2009 bis 2013 bereits Ende Mai angekündigt. Bewilligt der Kongress die Summe, wäre das eine Verdoppelung gegenüber dem jetzigen Budget der USA zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids. Auch Wieczorek-Zeul hatte den Beitrag Deutschlands bereits vor dem Gipfelbeschluss angekündigt.
Die von Deutschland zugesagten Zuwendungen entsprechen einer jährlichen Summe von 500 Millionen Euro - im Vergleich zu 300 Millionen Euro im Jahr 2006 und 400 Millionen Euro im laufenden Jahr. Ein Großteil der zusätzlichen Mittel soll laut der Ministerin besonders dem Schutz und der Behandlung von Frauen und Mädchen dienen. Fast zwei Drittel aller HIV-Positiven leben südlich der Sahara in Afrika.
Am Morgen trafen die Staats- und Regierungschefs der G-8 mit Ausnahme Bushs mit sieben Präsidenten Afrikas zusammen, um über das Hilfspaket, aber auch ihre Forderungen an die Länder des Kontinents zu sprechen. Eingeladen waren die Staatsoberhäupter von Südafrika, Ägypten, Algerien, Senegal und Nigeria, weil diese Länder zu den Gründern der Neuen Partnerschaft für Afrikanische Entwicklung (Nepad) gehören. Die Nepad-Initiative will Demokratie, gute Regierungs- und gute Wirtschaftsführung fördern. Auch die Präsidenten Äthiopiens, das derzeit den Nepad-Vorsitz innehat, und Ghanas, das zur Zeit der Afrikanischen Union vorsitzt, kamen nach Heiligendamm.
Bush fehlte bei dem Treffen, da er an einer leichten Magenverstimmung litt, wie die US-Regierung in Heiligendamm mitteilte. (AFP)