Palaestinenser bei israelischen Luftangriffen getoetet
21. Mai 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsBei zwei neuen Angriffen der israelischen Luftwaffe sind am Sonntagabend mindestens neun Palästinenser getötet worden. Der erste Angriff galt dem Haus eines Chefs der radikalislamischen Hamas-Bewegung in Gaza.
Der Parlamentsabgeordnete Chalil el Haya befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs jedoch nicht in dem Haus im Osten der Stadt. Bei dem zweiten Anschlag auf eine Metallwerkstatt in Gaza wurden nach Angaben von Ärzten ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Zuvor hatte das israelische Sicherheitskabinett die Ausweitung der Militäreinsätze im Gazastreifen beschlossen.
Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanijah sprach in einer Erklärung nach dem ersten Luftangriff von einem “schrecklichen, von den Zionisten verübten Verbrechen gegen ein Parlamentsmitglied und Zivilisten”. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, der “gefährlichen Aggression” ein Ende zu setzen, die zur Erhöhung der Spannungen beitrage. El Haya sagte nach einem Besuch der Verletzten im Krankenhaus, der Angriff werde die Fortsetzung des Widerstands und des Dschihads (Heiliger Krieg) nicht verhindern.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte nach Angaben seines Sprechers Nabil Abu Rudeina die “israelische Gewalteskalation gegen Zivilisten in Gaza”. Er rief das Nahost-Quartett aus USA, UNO, Russland und EU auf, Druck auf Israel auszuüben, um dieses zur Beendigung der Eskalation zu bewegen. Ein Sprecher des Weißen Hauses rief beide Seiten zur Mäßigung auf.
Zuvor hatte das israelische Sicherheitskabinett die Grundlage für eine Ausweitung der Militäreinsätze im Gazastreifen gelegt. Es genehmigte der Armee eine Verstärkung der Offensive, um “die Raketenangriffe einzudämmen” und die dahinter stehende “terroristische Infrastruktur” zu zerstören, wie das Kabinett mitteilte. Die Angriffe sollen sich demnach gegen die Hamas und Islamischer Dschihad richten, die für die Eskalation der Gewalt verantwortlich seien. Für den Fall, dass es damit nicht gelinge, die Raketenangriffe auf israelisches Territorium zu stoppen, kündigte das Sicherheitskabinett “drastischere Maßnahmen” an. Eine Bodenoffensive im Gazastreifen wurde laut einem Regierungsvertreter nicht beschlossen.
Israel hatte in den vergangenen Tagen mit einer Serie von gezielten Luftangriffen auf verstärkten palästinensischen Raketenbeschuss auf den Süden Israels reagiert. Dabei wurden seit Mittwoch mehr als 30 Palästinenser getötet - überwiegend Hamas-Mitglieder, aber auch Zivilisten. (AFP)