Ureinwohner Lateinamerikas empoert ueber Papst
15. Mai 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsNach der Brasilienreise von Papst Benedikt XVI. haben Ureinwohner empört auf dessen Äußerungen zur Kolonialzeit reagiert. “Der Papst war sehr arrogant”, sagte der Vorsitzende eines Verbandes von Amazonas-Völkern, Gesinaldo Satere Mawe, am Montag.

Benedikt XVI. hatte während seines Besuchs gesagt, das Christentum sei den Urvölkern Lateinamerikas nicht auferlegt worden. Vielmehr sei Christus der Retter gewesen, den sich die Indianer im Stillen herbeigewünscht hätten. Das Wiederaufleben vorkolumbianischer Religionen bezeichnete der Papst als einen “Rückschritt”. (Foto: OSSERVATORE ROMANO / ARTURO MARI)
“Viele Menschen nahmen das Christentum an, aber es wurde gewaltsam durchgesetzt”, sagte Marcio Meira, Vorsitzender einer Nationalen Stiftung für Ureinwohner in Brasilien. “Seine Äußerungen sind lächerlich”, erklärte Roberto Olivares, Vorsitzender eines Interessenverbandes der Ureinwohner im mexikanischen Oaxaca. Der Direktor der Organisation der Ureinwohner Kolumbiens (ONIC), Luis Evelis Andrade, erklärte: “Wir können es nicht akzeptieren, dass die Kirche ihre Verantwortung für die Vernichtung unserer Kultur und unserer Identität nicht anerkennt.”
Im Zuge der von der Katholischen Kirche unterstützten Kolonialisierung S üdamerikas wurden Ureinwohner millionenfach versklavt, ermordet oder durch eingeschleppte Krankheiten getötet. Der Vorgänger von Benedikt XVI., Papst Johannes Paul II., hatte bei einem Besuch 1992 um Vergebung für die Rolle gebeten, welche die europäischen Christen bei der Eroberung Amerikas spielten. (AFP)