Erneut rund 15.000 Telekom-Mitarbeiter im Streik
15. Mai 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsIm Kampf der Telekom-Mitarbeiter gegen Mehrarbeit und schlechtere Bezahlung haben auch heute wieder tausende Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Wie schon am Montag streikten erneut rund 15.000 Service-Mitarbeiter des Konzerns, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte.

Abermals war demnach ganz Deutschland von den Streiks betroffen. Da die Streikenden auch aus denselben Service-Bereichen der Deutschen Telekom kommen wie bisher, müssen die Kunden weiter mit ähnlichen Beeinträchtigungen wie bisher rechnen. Die Deutschen bringen trotzdem einer Umfrage zufolge Verständnis für den Streik der Mitarbeiter auf. (Foto: Oliver Lang)
Kunden müssen derzeit länger auf Telekom-Techniker waren, um Störungen zu beheben oder ihr Internet oder Telefon anschließen zu lassen. In Call Centern der Telekom müssen sich Kunden auf längere Wartezeiten einstellen. Ein Telekom-Sprecher sagte, auf solche Beeinträchtigungen müssten sich die Kunden auch weiterhin einstellen. Laut Telekom und Verdi gibt es weiter keine Anzeichen für neue Verhandlungen. Dabei stehen beide Parteien auf dem Standpunkt, die jeweils andere Seite müsse den ersten Schritt machen.
Trotz möglicher Beeinträchtigungen für Kunden der Deutschen Telekom haben einer Umfrage zufolge die Deutschen großes Wohlwollen für den Streik. 78 Prozent der Bundesbürger haben Verständnis für den Arbeitskampf, wie aus einer Umfrage im Auftrag des Magazins “Stern” hervorgeht. Auf Unverständnis stößt der Streik bei 19 Prozent. Drei Prozent hatten keine Meinung. Für die repräsentative Umfrage wurden zum Streikauftakt in der vergangenen Woche 1003 Bundesbürger befragt.
Die Telekom verlor in den vergangenen Jahren hunderttausende Kunden. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es weit über 500.000 Menschen. Sie gehen vor allem zu anderen Anbietern. Die Telekom will deshalb Kosten sparen und rund 50.000 Mitarbeiter der Service-Sparten künftig für weniger Geld länger arbeiten lassen. 22.000 der 50.000 Beschäftigten dürfen nach geltender Rechtsprechung streiken. (AFP)