Automatisierte Rekonstruktion von Stasiakten beginnt

9. Mai 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Das Berliner Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) beginnt mit der automatisierten Rekonstruktion zerrissener Stasiakten.

Wie das Institut am Mittwoch mitteilte, geschieht dies mit Hilfe einer computergestützten Scan- und Puzzletechnik, die von dem Institut bereits 2003 vorgestellt worden war und seither verfeinert wurde.

Die Rekonstruktion der Dokumente aus zunächst 400 Säcken voller Papierschnipsel ist als Pilotprojekt von zwei Jahren Dauer ausgelegt. Insgesamt lagern in Archiven der Bundesbehörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) 16 250 Säcke mit teils maschinell geschredderten, teils von Hand zerrissenen Akten.

Stasimitarbeiter hatten in der Wendezeit 1989/90 versucht, die Belege laufender Stasi-Vorgänge auf diese Weise zu vernichten. Bürgerrechtler beendeten damals die Aktion und sicherten die Schnipsel. Laut BStU würde die Rekonstruktion von Hand Jahrhunderte dauern.

Mit der vom IPK entwickelten Technik werden die Schnipsel beidseitig gescant und digitalisiert. Computerprogramme finden, ähnlich wie beim Puzzlen von Hand, nach Schriftfarbe, Schriftform und Form des Schnipsels verwandte Schnipsel und setzen sie zusammen. Während dies zunächst nur bei von Hand gerissenen Dokumenten funktionierte, erlaubt die Erfassung von zerteilten Buchstaben inzwischen laut IPK auch die relativ rasche Rekonstruktion von Dokumenten, die durch maschinelles Schreddern gleichförmige Schnittkanten aufweisen. Die Zahl der seinerzeit in jeweils acht bis 30 Teile zerrissenen und geschredderten Aktenblätter wird auf 45 Millionen geschätzt. (ddp)

Tags: , , ,

Weitere Politik News

Schreibe einen Kommentar