KfW-Studienkredite
3. Mai 2007 | Von Politics | Kategorie: GrueneBundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
- KfW-Studienkredite – kein Ersatz für BAföG-Erhöhung-
Anlässlich der ersten Jahresbilanz seit der Einführung der Studienkredite durch die KfW-Förderbank erklärt Kai Gehring, jugend- und hochschulpolitischer Sprecher:
Die Ein-Jahres-Bilanz der von Schwarz-Rot eingeführten Studienkredite bietet keinen Grund zum Jubeln. Zwar ist zu begrüßen, dass junge Menschen damit unabhängig von Kreditwürdigkeit, Elterneinkommen und Nebenjobs zur Finanzierung ihres Studiums beitragen können. Doch die Nachfrage nach Studienkrediten belegt vor allem, dass die Bundesregierung ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat: Nur jeder vierte Studierende erhält BAföG davon nur rund ein Drittel den vollen Satz. Die Förderquote ist unter Schwarz-Rot gesunken, wie der jüngste BAföG-Bericht belegt. Doch während die Lebenshaltungskosten unablässig steigen, plant die Bundesregierung eine BAföG-Nullrunde.
Zudem bringen die KfW-Studienkredite hohe Verschuldungsrisiken mit sich: Bereits ein Darlehen in durchschnittlicher Höhe über zehn Semester Regelstudienzeit türmt einen Schuldenberg von insgesamt 50.000 Euro und mehr auf. Bei der maximalen Fördersumme müssen nach dem Examen sogar bis zu 120.000 Euro zurückgezahlt werden. So wird der Hochschulabschluss ein Fall für die Schuldnerberatung.
Der KfW-Studienkredit löst die aktuellen Probleme der Studierenden nicht. Stattdessen müssen Bund und Länder endlich die BAföG-Sätze erhöhen, Finanzierungslücken schließen und auf die Einführung von Studiengebühren verzichten. Denn was haben die Studierenden von neuen Finanzierungsangeboten, wenn sie gleichzeitig weniger BAföG erhalten oder Studiengebühren bezahlen müssen?