Merkel kritisiert Oettingers Trauerrede fuer Filbinger
13. April 2007 | Von Politics | Kategorie: CDUDie Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat die Trauerrede des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger für dessen Amtsvorgänger Hans Filbinger (beide CDU) öffentlich kritisiert.

Sie habe sich gewünscht, “dass neben der Würdigung der großen Lebensleistung von Ministerpräsident Hans Filbinger auch die kritischen Fragen im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus zur Sprache gekommen wären”, erklärte Merkel in Berlin. Dies gelte insbesondere im Blick auf die Gefühle der Opfer und Betroffenen, habe sie Oettinger in einem Telefongespräch gesagt. (Foto: Axel Schmidt)
Filbinger war während der Nazi-Diktatur als Marinerichter an Todesurteilen beteiligt. Gleichwohl hatte Oettinger in seiner Trauerrede gesagt, der Verstorbene sei “kein Nationalsozialist” gewesen, sondern vielmehr ein “Gegner des Nazi-Regimes”, der sich den Zwängen der damaligen Zeit habe beugen müssen.
Die umstrittenen Passagen der Trauerrede Oettingers sind angeblich nicht spontan entstanden. Berater von Oettinger hätten unterschiedliche Varianten diskutiert, berichtete “Spiegel Online”. Letztlich hätten sich im Stuttgarter Staatsministerium die Konservativen mit dem Lob für Filbingers angebliche Nazi-Gegnerschaft durchgesetzt. Ein “sehr konservativer Mitarbeiter” habe am Ende die Trauerrede geschrieben. (AFP)
Filbinger war sowohl Nazi als vor allem auch Karrierist. Karrierist war er aber wohl noch mehr als Nazi. Diese Eigenschaft, die eigene Ideologie immer an den zeitgeistigen Autoritäten zu orientieren, ist typisch für den deutschen Untertanengeist. Heute drückt sich dieser in einem ziemlich inhaltslosen, aber dafür schon fast zur Religion erhobenen Kampf gegen rechts aus.Wer heute Widerstand gegen die Irrungen der Zeit, nämlich Extremkapitalismus und multikulturelle Egalisierungsideologie, leisten will, kommt um die Wahl der NPD kaum herum. Die heutigen Karrieristen laufen den Verirrungen der heutigen Zeit genauso gleichgeschaltet nach wie seinerzeit Filbinger dem Nationalsozialismus.