“Latex statt Lederhose” - Parteiausschluss Gabriele Pauli?

2. April 2007 | Von Politics | Kategorie: CSU


Die CSU distanziert sich mehr und mehr von der Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Nach Rücktrittsforderungen drohen jetzt erste Mandatsträger mit einem Parteiausschluss. “Irgendwann ist eine Grenze erreicht, wo man die Frage stellen muss, ob Frau Pauli noch in der CSU bleiben kann”, sagte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber am Montag.

Gabriele Pauli

Pauli, die unter anderem Mitglied im CSU-Landesvorstand ist, hatte sich für die April-Ausgabe des Magazins “Park Avenue” unter anderem mit glänzenden Latexhandschuhen und schwarzer Augenmaske fotografieren lassen und damit heftige Kritik auf sich gezogen. (Foto: ddp)

Der CSU-Landtagsabgeordnete Ludwig Spaenle warf der Landrätin parteischädigendes Verhalten vor. “Durch ihre Profilgeilheit schädigt Frau Pauli die Partei jeden Tag aufs Neue”, sagte er und zielte damit ebenfalls auf die Möglichkeit, Pauli aus der CSU auszuschließen. Der Satzung der CSU zufolge kann ein Mitglied unter anderem ausgeschlossen werden, wenn es “erheblich gegen Grundsätze oder Ordnung der Partei verstößt und ihr damit schweren Schaden zufügt.”

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer sagte, falls Pauli in der CSU bleibe, könne der Slogan “Laptop und Lederhose” auch in “Latex und Lederhose” abgewandelt werden. CSU-Rechtsexperte Norbert Geis forderte: “Die Partei darf sich von Frau Pauli nicht länger lächerlich machen lassen.” Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) kritisierte, die öffentliche Wirkung Paulis stehe im “diametralen Gegensatz zum politischen Beitrag”.

Pauli selbst hatte die Fotos am Sonntagabend erneut verteidigt. Politiker sollten auch gegenüber der Öffentlichkeit das Recht haben “echt zu sein” und nicht alles, was “sie sonst fühlen, denken, erleben wollen” zurückstellen”, sagte sie. Ihr habe das Fotoshooting Spaß gemacht. (ddp)

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