Bundeswehr-Tornados nach Afghanistan gestartet
2. April 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsSechs Bundeswehr-Tornados sind zu ihrem Einsatz in Afghanistan gestartet: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verabschiedete die Soldaten im schleswig-holsteinischen Jagel.

“Der Auftrag der Tornados ist klar und eindeutig, nämlich Aufklärung”, sagte der Minister. Er ging damit auf Bedenken ein, wonach die Aufklärungsflugzeuge auch in Kampfeinsätze hineingezogen werden könnten. Bei Kämpfen in verschiedenen afghanischen Provinzen wurden mindestens vier Polizisten und 13 Aufständische getötet. (Foto: Roland Magunia)
Jung versicherte, die Tornados würden mit ihrem Einsatz “mehr Klarheit über die Situation am Boden” in Afghanistan bringen. Damit könne die Afghanistan-Schutztruppe ISAF die Wirksamkeit ihrer Stabilisierungsbemühungen steigern und es könne vor Ort auch “verhältnismäßiger und angemessener” agiert werden. Dies werde dem Schutz der Soldaten, zivilen Helfer und der afghanischen Bevölkerung dienen.
Die Tornados sollen für Aufklärungsflüge über ganz Afghanistan, auch über dem umkämpften Süden des Landes, zum Einsatz kommen. Insgesamt wurden zehn Tornado-Maschinen des Geschwaders 51 “Immelmann” aus Jagel entsandt; vier waren zuvor bereits nach Sardinien verlegt worden. Insgesamt acht Flugzeuge sollen in den Vereinigten Arabischen Emirate einen Zwischenstopp einlegen; nur sechs der Maschinen werden schließlich in Afghanistan stationiert. Die übrigen vier Flugzeuge sind als Reserve eingeplant.
Einsatzbereit werden die Maschinen in Afghanistan, die am 9. April offiziell unter das Kommando der NATO gestellt werden, aber erst in rund zwei Wochen sein. Allerdings steht noch im April eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts an, ob der umstrittene Einsatz grundsätzlich zulässig ist.
Aufständische hätten einen Polizeiposten an der Verbindungsstraße von Kandahar nach Spin Boldak an der pakistanischen Grenze angegriffen, teilte ein Polizeisprecher mit. Bei dem anschließenden Feuergefecht seien drei Polizisten getötet und zwei weitere verletzt worden. Flugzeuge der NATO-geführten Internationalen Afghanistan-Truppe (ISAF) bombardierten den Angaben zufolge am Vortag eine mutmaßliche Taliban-Stellung in Sabul im Süden des Landes. Dabei wurden sieben Menschen getötet. Sechs Aufständische kamen bei einer ISAF-Operation im Bezirk Sari ums Leben.
Opium-Bauern und Polizisten lieferten sich in mehreren Bezirken der Provinz Nangarhar Gefechte. Dabei kam ein Opium-Bauer ums Leben, sechs Bauern und sieben Polizisten wurden verletzt. (AFP)