Iran: Brite raeumt in TV-Interview Grenzverletzung ein

30. März 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Einer der 15 im Iran festgehaltenen britischen Marine-Angehörigen hat im arabischsprachigen Programm des iranischen Fernsehens die Verletzung iranischer Hoheitsgewässer eingestanden.

UN-Sicherheitsrat

Der Fernsehsender El Alam strahlte Bilder eines Mannes namens Nathan Thomas Sommers aus, der auf Englisch bedauert, “tief in iranische Gewässer eingedrungen” zu sein. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna bat er dafür “das iranische Volk um Verzeihung”. Das britische Außenministerium erklärte in einer ersten Reaktion auf den neuerlichen Auftritt eines der Marine-Angehörigen, diese Präsentation zu “Propagandazwecken” sei ein “Skandal”. (Foto: Don Emmert)

In einer in London veröffentlichten diplomatischen Note Teherans an die britischen Behörden protestierte der Iran gegen den “illegalen Akt der Verletzung iranischer Hoheitsgewässer” und machte die britische Regierung “für die Folgen verantwortlich”.

Das iranische Fernsehen hatte bereits am Mittwoch Bilder der 15 Marine-Angehörigen ausgestrahlt. Dabei war auch die einzige Frau der Gruppe, die 26-jährige Faye Turney, zu sehen, die ebenfalls eingestand, in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein.

Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor seine “tiefe Besorgnis” über die Krise erklärt und Zugang britischer Konsularbeamter zu den Inhaftierten gefordert. Eine schärfere Formulierung scheiterte am Widerstand Russlands. In ihrer nicht-bindenden Erklärung verzichteten die 15 Ratsmitglieder auf eine Verurteilung des Iran. Sie unterstützen lediglich einen Aufruf von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einer “baldigen Lösung des Problems, einschließlich der Freilassung der Soldaten”. In dem von Großbritannien vorgelegten Entwurf hatte es noch geheißen, der Rat “missbilligt” die Festnahme der Briten und fordere ihre “sofortige Freilassung”.

Iranische Soldaten hatten die von der UNO mandatierten 15 Angehörigen der britischen Kriegsmarine am Freitag vergangener Woche im Mündungsbereich der Wasserstraße Schatt el Arab zwischen dem Irak und dem Iran gefangengenommen. Nach britischen Angaben spielte sich der Vorfall in irakischen Gewässern ab. Teheran zufolge befanden sich die Soldaten auf der iranischen Seite der Seegrenze. Der Grenzverlauf im Schatt Al Arab ist strittig. (AFP)

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