Verletzte bei Jugend-Krawallen in Paris

28. März 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Nach der Festnahme eines Schwarzfahrers ist es im Pariser Bahnhof Gare du Nord zu stundenlangen Ausschreitungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Dabei wurden am Dienstag mindestens neun Menschen verletzt.

Jugend-Krawallen in Paris

Die Polizei nahm 13 Menschen fest, darunter fünf Minderjährige. Erst spät in der Nacht beruhigte sich die Lage. Die Zusammenstöße hatten begonnen, als Gendarmen einen 33-jährigen Schwarzfahrer festnahmen. Er soll zwei Kontrolleure der Pariser Verkehrsbetriebe geschlagen haben. Der Mann besitzt nach den Worten von Innenminister François Baroin keine Aufenthaltsgenehmigung. (Foto: Jacques Demarthon)

Nach Polizeiangaben erlitten jeweils vier Mitarbeiter der Pariser Verkehrsbetriebe und der Staatsbahn SNCF sowie ein Polizist leichte Verletzungen. Ob es Verletzte auf Seiten der jugendlichen Randalierer gab, wurde nicht mitgeteilt.

Mehrere dutzend Jugendliche, die die Festnahme des Schwarzfahrers beobachtete hatten, folgten den Polizisten. Mit der anrückenden Verstärkung der Polizei und eintreffenden Fernsehteams lud sich die Stimmung immer mehr auf, bis erste Gegenstände in Richtung der Polizisten flogen.Von da an begann eine stundenlange Auseinandersetzung in dem weit verzweigten Bahnhof mit mehreren unterirdischen Etagen, wobei die Jugendlichen sich immer schnell zurückzogen wenn ein größeres Polizeiaufgebot eintraf. Einige nutzten metallene Absperrpfosten, um Scheiben von Geschäften einzuschlagen und Getränkeautomaten zu zerstören. An einem Schalter der Verkehrsbetriebe RATP brach ein Feuer aus, das aber schnell gelöscht werden konnte.

Teils riefen die Jugendlichen Parolen gegen den erst am Montag aus dem Amt geschiedenen Innenminister Nicolas Sarkozy, der nun bei den Wahlen in vier Wochen für das Amt des Staatspräsidenten kandidiert. Andere schrien “Polizei ist überall, Justiz ist nirgends” oder “Nieder mit dem Staat, den Bullen und den Chefs”.

Erst nach Stunden gelang es der Polizei, das Untergeschoss des Bahnhofs und die angrenzende Metro-Station zu räumen. Bereitschaftspolizisten mit Helmen, Schlagstöcken und Schilden setzten Tränengas ein, um die Jugendlichen aus dem Gebäude zu treiben. Davon waren auch Reisende in dem Bahnhof betroffen: Der Gare du Nord ist unter anderem auch Endstation für viele Züge aus Deutschland.

Im Herbst 2005 war es in Frankreichs von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Vorstädten zu landesweiten Jugend-Krawallen gekommen. (AFP)

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