Saddam Husseins Stellvertreter im Irak hingerichtet

20. März 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Am vierten Jahrestag des US-geführten Einmarsches in den Irak ist der einstige Stellvertreter von Ex-Präsident Saddam Hussein, Taha Jassin Ramadan, hingerichtet worden.

Saddam Husseins Stellvertreter Taha Jassin Ramadan im Irak hingerichtet

Ramadan sei gehängt worden, sagte ein Mitarbeiter von Ministerpräsident Nuri el Maliki in Bagdad. Der Sunnit Ramadan war wie auch Saddam Hussein in dem Prozess um das Massaker an 148 schiitischen Bewohnern des Dorfes Dudschail im Jahr 1982 verurteilt worden. US-Präsident George W. Bush rief angesichts des wachsenden Widerstands gegenüber seiner Irak-Strategie zur Geduld auf. (Foto: SCOTT NELSON)

Die Hinrichtung Ramadans sei ohne Zwischenfall und nach Recht und Gesetz vonstatten gegangen, hieß es. Bei der Exekution Saddam Husseins am 30. Dezember hatten Schmähungen des Delinquenten durch mehrere Anwesende und illegale Filmaufnahmen von der Hängung sowohl im Irak als auch international für Empörung gesorgt.

Der 1938 geborene Ramadan war in einem ersten Urteil im November vergangenen Jahres zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach einem Antrag der Staatsanwaltschaft, der die Strafe zu milde war, wurde Ramadan am 12. Februar für vorsätzliche Tötungen zum Tod durch den Strang verurteilt.

In einer kurzen TV-Ansprache sagte Bush, für die im Irak stationierten Soldaten sei es noch nicht an der Zeit, “zu packen und nach Hause zu gehen”. Die neue Sicherheitsstrategie für Bagdad werde “Monate, nicht Tage oder Wochen” dauern, bis sie Wirkung zeige.

Aufgrund der Herausforderungen im Irak könnte man versucht sein, einen raschen Abzug als “beste Option” anzusehen, sagte Bush nach einer Videokonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri el Maliki. Kurzfristig möge dies zufriedenstellend sein, die Konsequenzen für Amerikas Sicherheit aber wären verheerend.

In einem starken Kontrast zu Bushs Ausführungen stehen die Ergebnisse einer Umfrage unter 2000 Irakern: Nur noch 42 Prozent der Befragten glauben, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden. 78 Prozent lehnen die Präsenz ausländischer Truppen ab. Auch innerhalb der US-Bevölkerung schrumpft die Zustimmung zu Bushs Irak-Strategie weiter. Nach einer CNN-Umfrage befürworten nur noch 32 Prozent der US-Bürger den Krieg; kurz nach seinem Beginn am 20. März 2003 waren es noch 72 Prozent gewesen. (AFP)

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