Merkel will bei Polen-Besuch Beziehungen verbessern

16. März 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zu einem zweitägigen Besuch in Polen eingetroffen. Sie wurde auf dem Warschauer Flughafen von Regierungschef Jaroslaw Kaczynski empfangen.

Merkel will in persönlichen Gesprächen die Beziehungen zwischen beiden Ländern verbessern. Nach Auffassung des europapolitischen Beraters von Polens Präsident Lech Kaczynski, Marek Cichocki, lassen sich nicht alle strittigen Fragen zwischen Deutschland und Polen lösen.

Angela Merkel in Polen bei Kaczynski

Womöglich seien die deutsch-polnischen Beziehungen früher deshalb als so erfolgreich angesehen worden, weil viele Themen nicht auf die Tagesordnung gebracht worden seien, sagte Cichocki im Inforadio des RBB. “Jetzt reden wir sachlich über bestimmte Probleme, die wir in den Beziehungen haben und da entsteht der Eindruck, dass wir eine Krise haben.” Es müsse auch erwogen werden, “dass es vielleicht zwischen Deutschland und Polen solche Probleme gibt, die man nicht lösen kann, aber mit denen man sich abfinden muss.” (Foto: Janek Skarzynski)

Als Beispiele nannte der Berater die deutsch-russische Ostseepipeline und das Zentrum gegen Vertreibungen. Das seien seiner Ansicht nach zwei Projekte, die man aus polnischer Sicht nicht gutheißen könne. Beide Länder müssten lernen, mit diesen Problemen weiterzuleben. “Wir sind Nachbarn, wir sind zusammen in der Europäischen Union und in der NATO. Und es gibt solche Themen, solche Probleme, über die wir wahrscheinlich nicht zu einem Kompromiss kommen werden.” Das sei keine Katastrophe.

Merkel wird von ihrem Ehemann Joachim Sauer begleitet. Der polnische Präsident und seine Frau Maria haben die Kanzlerin und ihren Mann im Anschluss an Gespräche in Warschau zu einem privaten Aufenthalt in die Sommerresidenz des Staatschefs im Ostseebad Jurata auf der Halbinsel Hela eingeladen, wo sie bis Samstag bleiben wollen.

Nach Angaben eines Regierungssprechers dient die Reise dazu, “die persönlichen Beziehungen zu verstärken und das Verständnis füreinander zu verbessern”. Ein weiterer Punkt soll neben den bilateralen Beziehungen auch das Thema Energie sein. Ebenso dürfte das geplante US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa angesprochen werden. (AFP)

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