Gabriel will Fahrplan zum Abbau von CO2 vorlegen
16. März 2007 | Von Politics | Kategorie: SPDBundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will in den nächsten Wochen einen konkreten Fahrplan zum Abbau von Treibhausgasen in Deutschland vorlegen.
“Wir werden einen konkreten Stufenplan mit zeitlichen Vorgaben erstellen, um diese Ziele zu erreichen”, sagte Gabriel der “Berliner Zeitung”. Dabei gehe es vor allem um den Abbau von Kohlendioxid und den Ausbau von erneuerbaren Energien. Die Umweltminister der Gruppe der wichtigsten Industriestaaten (G8) beraten heute in Potsdam über den Schutz der Artenvielfalt.

Die EU will den CO2-Ausstoß bis 2020 europaweit um 30 Prozent reduzieren. Gabriel betonte, für Deutschland würde dies - auch nach einem Bundestagsbeschluss vom Herbst letzten Jahres - 40 Prozent bedeuten. Bei den erneuerbaren Energien peilt Brüssel in Europa einen 20-prozentigen Anteil am Primärenergieverbrauch an. “Realistisch ist, dass wir in Deutschland bis dahin auf 16 Prozent kommen. Das bedeutet, dass wir beim Ausbau schneller vorangehen als die meisten europäischen Staaten”, sagte der Minister. (Grafik: AFP)
Gabriel kündigte unter anderem Maßnahmen wie den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung oder von Biosprit an. Neben den erneuerbaren Energien soll es dem Minister zufolge auch beim Energiesparen erhebliche Fortschritte geben.
Eine wichtige Rolle bei den G8-Gesprächen in Potsdam spielt die Erhaltung der tropischen Regenwälder. Mit dabei sind auch Vertreter der großen Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika.
Der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, bescheinigte im RBB-Inforadio China und Brasilien erfolgreiche Anstrengungen beim Arten- und Klimaschutz. Er verwies dabei auf das Programm Chinas für mehr erneuerbare Energien und auf von Brasilien ergriffene Maßnahmen gegen die Abholzung des Regenwaldes.
Umweltverbände fordern von den Ministern konkrete Entscheidungen, die auch die USA und China zu verbindlichen Klimaschutzzielen verpflichteten. Greenpeace-Experte Karsten Schmid rief die Industrieländer auf, den ersten großen Schritt gegen den Klimawandel zu machen, da sie immerhin für 43 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich seien. Der Naturschutzbund (Nabu) mahnte Beschlüsse zum Schutz der Regenwälder an.
Die Konferenz dient der Vorbereitung des Gipfeltreffens der G8-Staaten im Juni in Heiligendamm sowie der im November und Mai 2008 anstehenden UN-Konferenzen zum Klima- und zum Artenschutz. (AFP)