Echtheit Gestaendnis El Kaida-Chefplaner wird bezweifelt

16. März 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Die Eltern des 2002 in Pakistan verschleppten und von Terroristen enthaupteten US-Journalisten Daniel Pearl haben Zweifel am Terrorgeständnis des mutmaßlichen El Kaida-Chefplaners Khalid Sheikh Mohammed geäußert.

“Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir unmöglich wissen, ob seine Prahlerei mit dem Tod unseres Sohn der Wahrheit entspricht”, erklärten Ruth und Judea Pearl im kalifornischen Encino. Laut US-Verteidigungsministerium gab Khalid Sheikh Mohammed während einer Anhörung im US-Gefangenenlager Guantanamo an, den Journalisten persönlich enthauptet zu haben.

US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba

Der damals 38-jährige Südasien-Bürochef des “Wall Street Journal” war Anfang 2002 während einer Recherche zu radikalen Islamisten in Pakistan verschleppt und später getötet worden. Sheikh Mohammed hat laut Pentagon auch die Organisation der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA und 30 weitere Attentate und Anschlagsversuche gestanden. (Grafik: AFP)

Der heute 41-Jährige war nach Angaben des US-Militärs bis zu seiner Festnahme im März 2003 in Pakistan der Milizenchef des El-Kaida-Netzwerks, als dessen Nummer drei er gilt. Sheikh Mohammed gibt an, in US-Haft gefoltert worden zu sein. Die Vernehmung am vergangenen Wochenende fand unter Ausschluss von Verteidigern und der Öffentlichkeit statt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte unterdessen vom Pentagon die Offenlegung jener Passagen, in denen das hochrangige El-Kaida-Mitglied dem US-Geheimdienst Folter vorwirft. Die Abschrift der Anhörung zu diesem Komplex ist geschwärzt. Der Leiter der Organisation, Kenneth Roth, warf der US-Regierung vor, sie missbrauche ihr Zensurrecht, wenn sie damit Informationen zurückhalte, “nur weil diese ungelegen oder ungesetzlich sein könnten”. Die Foltervorwürfe der angeblichen Nummer Drei von El Kaida müssten untersucht “statt unterdrückt” werden. (AFP)

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