Sigmar Gabriel vergleicht Klimawandel mit Kaltem Krieg
15. März 2007 | Von Politics | Kategorie: SPDBundesumweltminister Gabriel vergleicht die Herausforderungen des Klimawandels mit denen des Kalten Krieges.
In der Zeit der atomaren Hochrüstung sei deutlich geworden, dass “niemand Sicherheit alleine definieren” könne, sagte Gabriel am Donnerstag in Berlin und fügte hinzu, auch beim Klimaschutz “werden wir international zusammenarbeiten müssen, weit stärker als wir das bisher getan haben”.

Beim Treffen der Umweltminister der G8-Staaten in Potsdam will Gabriel die erstmals teilnehmenden Schwellenländer Indien, China, Brasilien, Mexiko und Südafrika für den Arten- und Klimaschutz gewinnen. Konkrete Beschlüsse seien zwar zunächst nicht zu erwarten. Das Treffen müsse aber “in aller Offenheit” unterschiedliche Interessen benennen und damit einen Prozess vorantreiben, der über den G8-Gipfel in Heiligendamm in den UN-Klimagipfel in Bali münde. (Foto: ddp)
Dort gelte es im November “Grundlagen für eine Verhandlungsstruktur” zu schaffen, wie der Klimaschutz nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 fortgesetzt werden könne. Internationale Ziele müssten eine Reduzierung der gefährlichen Treibhausgase um 30 Prozent bis 2020 und um bis zu 80 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts sein.
UN-Umweltbehördenchef Achim Steiner betonte, um mangelndes Vertrauen in internationale Lösungen zurück zu gewinnen, müsse in Potsdam anerkannt werden, wie viel die Schwellenländer bereits für den Klimaschutz geleistet hätten. Brasilien etwa habe die Entwaldung am Amazonas um 52 Prozent reduziert.
Steiner lobte, ohne die Einigung des Brüsseler EU-Gipfels zur verpflichtenden CO2-Reduzierung “wären wir in Heiligendamm oder in Bali sicherlich nicht vorangekommen.” Nun gelte es, die internationale “Lähmung” beim Klimaschutz nach dem Motto “Wir können nicht mehr machen, weil ihr nicht mehr macht”, zu überwinden. (ddp)