Verlegung Tornados nach Afghanistan hat begonnen
13. März 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsAuf dem Fliegerhorst im schleswig-holsteinischen Jagel stehen am Dienstag Dutzende großer Container. Mit Hilfe von Gabelstaplern werden sie in russische “Iljuschins” verladen und nach Afghanistan geflogen. In den 100 Behältern befindet sich die komplette, 600 Tonnen umfassende Ausrüstung des Aufklärungsgeschwaders 51 “Immelmann” der Bundeswehr.

Am vergangenen Freitag, eine Stunde nach der Entscheidung des Bundestages zur Entsendung der sechs “Tornados”, flog die erste Maschine mit zwei Containern los. “Vom Dichtring über Werkzeug bis hin zum Fahrzeug ist alles dabei”, sagt Oberleutnant Christian S., der für die Verladung des Materials zuständig ist. (Foto: ddp)
Insgesamt 200 Soldaten des 1450 Mitarbeiter zählenden Geschwaders werden ab Mitte April in Afghanistan zum Einsatz kommen. Stationiert sind die Frauen und Männer im internationalen Feldlager Camp Marmal in der Nähe des Flughafens Mazar-i-Sharif. Von dort aus fliegen die “Tornado”-Piloten ihre Einsätze für die von der NATO geführten ISAF-Truppen. Auf ihren Flügen sollen sie mit Hilfe von Spezialkameras, die unter dem Rumpf der so genannten “Recce”-Jets angebracht sind, Kämpfer der Taliban aufspüren. Durch seinen Einsatz im ehemaligen Jugoslawien und Kosovo sei das Geschwader für diese Aufgabe sehr gut geeignet, sagt Kommodore Thorsten Poschwatta.
Einige der Soldaten absolvieren in Afghanistan ihren ersten Auslandseinsatz. “Natürlich bin ich aufgeregt”, sagt der 28-jährige Robert R., der als Luftbildauswerter Ende März in das umkämpfte Land geht. Damit gehört er zum ersten Kontingent, das später abgelöst wird. Er wird ab Mitte April die Bilder der Spezialkameras analysieren. Sein Arbeitsplatz ist ein 200 Quadratmeter großer Raum, bestehend aus mehreren Containern, ohne Fenster. Dort arbeitet die gesamte Luftbildstaffel, nach Angaben von Major Manfred M. die “Perle des Geschwaders”.
Der Einsatz der “Tornados” ist bis zum 13. Oktober dieses Jahres befristet und kostet rund 35 Millionen Euro. Der Pilot und Hauptmann Alexander S. rechnet mit einem achtwöchigen Aufenthalt in Afghanistan. Er freue sich nicht auf den Einsatz, sehe ihn aber als eine berufliche Herausforderung an, sagt der 31-Jährige, der seit 1999 Pilot ist.
Seit dem Entschluss des Bundestages herrsche in Jagel “professionelle Gelassenheit”. Klaus Geier, der verantwortliche Presseoffizier in Afghanistan, weiß um die Schwierigkeiten bei dem Auslandseinsatz. “Das ist keine Routine für die Soldaten”, sagt der Mann, der am Freitag zum dritten Mal nach Kabul fliegt. Durch die vermehrten Selbstmordanschläge sei die Situation “prekärer” geworden.
Wenn die anderen Soldaten von den Herausforderungen des Einsatzes am Hindukusch sprechen, fallen meist nur die Worte Staub, Sand und hohe Temperaturen. Mit Hilfe von Abdeckfolien sollen die sensiblen Spezialkameras vor Staubpartikeln geschützt werden. Für die Filme stünden Kühlcontainer bereit, sagt Karl-Heinz B. von der Optoelektronik. Die Kameras würden in besondere Behälter verladen. Auf allen ist ein Aufkleber mit einem großen Panther zu sehen, dem Symbol des Geschwaders. (ddp)