US-Praesident Bush wuenscht Chirac das Allerbeste
12. März 2007 | Von Politics | Kategorie: NewsUS-Präsident George W. Bush hat seinem scheidenden französischen Kollegen Jacques Chirac trocken “allerbeste” Wünsche mit auf den Weg gegeben. “Präsident Bush wünscht Präsident Chirac das Allerbeste für sein Leben nach der Politik”, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus.

Die Beziehungen zwischen beiden gelten vor allem wegen der französischen Opposition zum Irakkrieg als äußerst gespannt. Chirac hatte am Sonntagabend in einer feierlichen Fernsehansprache angekündigt, er werde nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren. (Foto: BRENDAN SMIALOWSKI)
“Die USA und Frankreich sind unerschütterliche Partner und Alliierte gewesen und werden dies bleiben”, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, wo Bush sich im Rahmen einer Lateinamerika-Reise gerade aufhielt. Bush war der erste ausländische Staatschef, der auf Chiracs Rückzugsankündigung reagierte.
“Am Ende des Mandats, dass Sie mir anvertraut haben, wird der Moment für mich gekommen sein, Ihnen auf andere Weise zu dienen”, sagte Chirac in seiner Fernsehansprache. Der 74-Jährige stand seit 1995 an der Spitze des französischen Staates und ist noch bis Mitte Mai gewählt. In einer teilweise mit bewegter Stimme vorgetragenen Ansprache betonte Chirac seine “Liebe” zu Frankreich hervor und zeigte sich zugleich “stolz” auf seine eigene Bilanz. Die Bevölkerung forderte er auf, sich “niemals mit dem Extremismus, dem Rassimus, dem Antisemitismus oder der Zruückweisung des Anderen einlassen”.
Frankreichs sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal lobte die “Würde”, mit der Chirac seinen Abschied angekündigt habe. Chirac habe auf die verfassungsmäßigen Werte gepocht, “die uns allen gehören”, sagte Royal im TV-Sender TF1. In Chiracs zwölf Jahren an der Macht habe sich aber die soziale Kluft in Frankreich vergrößert, kritisierte Royal. Einige Missstände müssten nun dringend angegangen werden. Vor der Präsidenten-Wahl in sechs Wochen fühle sie “beim französischen Volk eine tiefe Wut.” (AFP)