Schaeuble sieht in Deutschland Gefahr von Anschlaegen
12. März 2007 | Von Politics | Kategorie: CDUNach den jüngsten Internetdrohungen mutmaßlicher islamischer Terroristen sieht Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auch für Deutschland eine große Gefahr von Anschlägen.

“Wir sind Teil eines weltweiten Gefahrenraums und auch in Zeiten, wo es uns nicht betroffen hat, durften wir uns nicht der Illusion hingeben, als wären wir nicht genauso bedroht wie die Spanier, die Engländer oder andere auch”, sagte er. Auch der Terrorismusexperte Rolf Tophoven hält die jüngsten Terror-Drohungen gegen Deutschland für ernstzunehmend. (Foto: Berthold Stadler)
Schäuble machte klar, dass in Afghanistan sowohl der Einsatz der Bundeswehr als auch die Polizeiausbildung fortgeführt werde. Sie alle leisteten ihren Dienst, um das Land zu stabilisieren, “letztendlich auch im Kampf für unsere eigenen Sicherheit”, sagte er im RBB. Die Bundesrepublik dürfe sich dabei “nicht erpressen lassen”, sagte Schäuble zu der Morddrohung gegen zwei deutsche Geiseln im Irak. Vor dem Hintergrund, dass die jüngsten Terrordrohungen per Internet verbreitet wurden, sagte Schäuble: “Wir machen national und international alle Anstrengungen, um den Missbrauch der modernen Informationstechnologien für solche verbrecherischen Zwecke zu bekämpfen.”
Die Situation sei “Besorgnis erregend”, sagte Tophoven der “Thüringer Allgemeinen”. Dies gelte auch, wenn die Behörden noch “keine Hinweise” auf konkrete Anschläge hätten”. Tophoven hält einen Zusammenhang mit der Bundestagsentscheidung zur Tornado-Entsendung nach Afghanistan für möglich. “Ich habe immer gesagt: Je mehr wir uns da engagieren, umso eher werden wir Terror-Zielgebiet”, sagte der Experte. Zwar sei auch nicht auszuschließen, dass es sich um kriminelle Terror-Trittbrettfahrer handele. Tatsache sei aber, “dass es sich hier um absolute Medienprofis handelt”.
Ob El Kaida hinter den Video-Botschaften stecke, sei schwer zu sagen, sagte Tophoven weiter. “El Kaida ist inzwischen mehr eine politische Ideologie, eine Art Handelsmarke.” In vielen Ländern positionierten sich “militante Islamisten unter der Marke El Kaida” und betrieben “ihren eigenen Terror”. (AFP)