SPD Hamburg - Michael Naumann wird Spitzenkandidat

7. März 2007 | Von Politics | Kategorie: News


Die Hamburger SPD ist auf der Suche nach einem Spitzenkandidaten zur Bürgerschaftswahl im Februar 2008 fündig geworden. Der Publizist und “Zeit”-Herausgeber Michael Naumann soll den seit sechs Jahren amtierenden Bürgermeister der Hansestadt, Ole von Beust (CDU), herausfordern.

Mit Naumann wollen die hanseatischen Sozialdemokraten den Weg aus der seit Monaten schwelenden internen Krise meistern. Erst am Montagabend hatte Ex-Bürgermeister Henning Voscherau eine Spitzenkandidatur aus politischen und familiären Gründen abgelehnt. Zuvor war die Kampfabstimmung zwischen dem bisherigen Landeschef Mathias Petersen und seiner Stellvertreterin Dorothee Stapelfeldt am 25. Februar wegen 959 verschwundener Briefwahlzettel misslungen. Daraufhin war der 24-köpfige Landesvorstand geschlossen zurückgetreten. Nach Angaben einer Polizeisprecherin vom Mittwoch fehlt bislang jeglicher Hinweis auf den Verbleib der Stimmzettel.

SPD Hamburg - Michael Naumann wird Spitzenkandidat

Führende Hamburger Sozialdemokraten begrüßten die Entscheidung für Naumann. “Ole von Beust muss sich warm anziehen”, betonte Olaf Scholz, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Die SPD habe sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Zudem werde Naumann “ein toller Bürgermeister” sein, auf den die Hansestadt “stolz sein kann”. (Foto: ddp)

Die kommissarische Landesvize Stapelfeldt erklärte: “Die SPD tritt mit einem starken Team an, um die Freie und Hansestadt Hamburg sozial gerechter und wirtschaftlich erfolgreicher zu machen.” Die Elbmetropole brauche “Alternativen zum CDU-Senat” und “eine starke Sozialdemokratie”.

Der Hamburger SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Neumann, der eine Spitzenkandidatur abgelehnt hatte, bewertete die Lösung der Personalfragen ebenfalls positiv. Naumann verfüge über die wichtigen Voraussetzungen, die für einen erfolgreichen Wahlkampf notwendig seien: “politische Kenntnisse, Erfahrung und den Blick nicht nur für große, sondern auch für kleine Zusammenhänge”. Er sei optimistisch und erleichtert zugleich, “dass die Hamburger SPD mit den bekannt gegebenen Entscheidungen den Weg aus einer ziemlich schwierigen Situation gefunden hat”, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Als ehemaliger Staatsminister im Bundeskanzleramt verfüge “der richtige Mann” Naumann über Regierungserfahrung, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von SPD-Bundeschef Kurt Beck und Generalsekretär Hubertus Heil. Zudem habe der 65-Jährige als Chefredakteur und Herausgeber die Wochenzeitung “Die Zeit” journalistisch und wirtschaftlich “zu neuen Erfolgen geführt”. Mit der Wahl habe die Partei “den Weg aus ihrer schwierigen Situation aus eigener Kraft gefunden” und werde künftig “geschlossen” agieren.

Die SPD will sowohl Naumann als auch Egloff am Donnerstag auf einer Pressekonferenz präsentieren. Beide sollen schließlich auf dem Landesparteitag am 24. März von den Vertretern der rund 11 500 Hamburger Sozialdemokraten bestätigt werden. (ddp)

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